Radsport: Ich bin nicht unzufrieden

 

Pfälzische Volkszeitung vom 23.07.2025 mit freundlicher Genehmigung der Redakation und von Klaus Kullmann

„Ich bin nicht unzufrieden“

Radsport: Mit einer Bronzemedaille kehrte Magdalena Leis von den U19-Europameisterschaften aus Anadia in Portugal zurück. Die 17 Jahre alte Radsportlerin aus Trippstadt weiß, dass nicht alles gut lief und mehr Pech als Glück im Spiel war. Doch sie hat nichts zu bereuen.

TRIPPSTADT. Sehr vorsichtig bilanziert Magdalena Leis ihr Abschneiden in Portugal, nennt ihre Gefühle „neutral“. Vielleicht muss sie erst noch etwas Abstand zu den Bahnrad-Europameisterschaften gewinnen, um alles realistisch einordnen zu können. „Es war okay. Ich bin nicht unzufrieden. Ich denke aber auch, wenn alles optimal gelaufen wäre, wären bessere Platzierungen möglich gewesen“, fasst sie ihre vier Renntage zusammen. Am letzten Tag dieser Europameisterschaften, am Sonntag, spielte ihr das Pech besonders blöd in die Karten. Im Madison mit Paula Gloning holte sie in der ersten Wertung einen Punkt, stürzte aber nach der zweiten. „Der Sturz hätte nicht sein müssen“, gibt sie zu, noch ärgerlicher aber war das, was danach kam. Sie stand auf, setzte sich auf ein Ersatzrad und wollte einfach weitermachen, als sei nichts gewesen. Doch Pustekuchen – die Sattelstütze rutschte immer mehr in das Rohr des Rahmens, die Rundenvergütung verstrich, das deutsche Duo musste aufgeben. „Es ist total schade, dass wir nicht mal bis zur Hälfte des Rennens kamen. Aber es war eine Sache, die ich letztlich nicht beeinflussen konnte“, suchte sie nach Trost. Schon am zweiten EM-Tag hatte sie eine Bronzemedaille gewonnen – zusammen mit Paula Gloning, Sophia Schröder und Julia Servay in der Vierer-Mannschaftsverfolgung. „Es war schön, mit den Mädels diese beiden Renntage gehabt zu haben, aber optimal ist es auch hier nicht gelaufen. Sonst hätten wir eine andere Medaillenfarbe, auch aufgrund besserer Vorbereitung, erreichen können“, lässt sie ihre kleine Enttäuschung durchblitzen, ohne sich beschweren zu wollen. Es sei ja immerhin eine Medaille herausgesprungen. Genau die verpasste sie in der Einerverfolgung. Schon die Zeit von 3:35,78 Minuten, mit der sie in der Qualifikation auf Rang drei fuhr, war überragend, im Rennen um Platz drei steigerte sie sich dann noch mal, raste in 3:34,96 Minuten zum deutschen Rekord, dennoch wurde sie nicht mit einer Medaille belohnt. „Dass sich die Britin Rosalie Blackburn im kleinen Finale so verbessern würde, hätte ich nicht erwartet. Aber ich bin sehr glücklich und zufrieden. Ich hätte nie gedacht, dass ich solch eine Zeit fahren kann“, gesteht Leis. Natürlich sei es bitter, keine Medaillen mitzunehmen, gesteht sie, „aber ich denke, dass ich alles richtig gemacht habe. Ich muss nichts bereuen“. Der deutschen Doppelmeisterin auf der Dudenhofener Bahn und der deutschen Vizemeisterin auf der Straße in Linden gelang es, den Schalter der Emotionen recht schnell umzulegen. Sie freue sich auf das, was in dieser Saison wohl noch kommt, sagt sie: „Ich gehe mit einem guten Gefühl in den Beinen aus der letzten Woche“. Sie blickt zunächst auf ein Nations-Cup-Rennen auf niederländischen Straßen und dann ebendort wohl auf die Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften, die Apeldoorn stattfinden werden. Das spricht sie so explizit zwar nicht aus, aber es wird wohl so kommen.

 

Thema: