Küche mit Schule eng vernetzt

HHG-Mensa bekommt Drei-Sterne-Auszeichnung
Drei Stufen, drei Sterne: Seit Montagabend darf die Schulmensa des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) sich offiziell Sterneküche nennen. Dafür haben die Küchenkräfte, Lehrer, Schüler, und Erzieher einiges getan und einen komplexen Qualifizierungsprozess mit einem besonderen Spagat gemeistert.Zuerst war der runde Tisch von Lehrern, Schülern und Küchenpersonal. Das war vor zwei Jahren. Es folgte eine Schülerbefragung und die Erstellung eines langfristigen Verpflegungskonzeptes. „Das Essen wurde ausgewogener, es gibt mehr Gemüse, Fisch und einen Tag pro Woche komplett vegetarisch“, berichtete der Koch Christian Lagies bei der Sterne-Verleihung am Montagabend durch die Ernährungsberaterin Ruth Davin vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westpfalz. Sie begleitete die Schule, neben fünf weiteren in der Westpfalz, bei der „In Form“-Initiative des Landes und half dabei, eine Balance zwischen den Qualitätsanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an die Mittagsverpflegung in Schulen und den Vorlieben der Schüler zu finden.Es sei nötig gewesen, Schülern und Mitarbeitern klarzumachen, „dass es nicht jeden Tag Fleisch geben muss, um sich gesund, ausgewogen und schmackhaft zu ernähren“, erklärte der Koch. Durch die Projekte sei der Kontakt zu den Schülern stärker geworden. „Das hat Spaß gemacht.“ Eine Teamleistung nannte auch Schulleiter Ulrich Becker die Auszeichnung für die Küche, in der täglich etwa 230 bis 280 der 750 HHG-Schüler speisen. „Im HHG war ein großer Spagat nötig, um das Projekt umzusetzen und dabei jedem Rechnung zu tragen“, erklärte die Wirtschaftsleitung Christina Momber-Ohlinger. „Wir haben hier schließlich ,normale‘ Schüler, Sportler und Hochbegabte. Das hat schon viel Engagement und Nerven gebraucht.“

Mit von der Partie waren am Montagabend auch Schülersprecherin Luisa Brunnett und Internatssprecherin Kristina Sieger. Sie lobten das Konzept und berichteten vom Feedback-Buch am Mensa-Ausgang. Sie hätten Ideen eingebracht bezüglich des Essens für die verschiedenen Sportarten und „natürlich auch zum Geschmack“. „Wir wurden immer nach unserer Meinung gefragt und haben schon vier Wochen im Voraus die Essenspläne bekommen. Dann konnten wir Kritik äußern, wodurch es weniger Wiederholungen gab“, erklärte Luisa Brunnett, die sich mit ihrer Kollegin als Verbindungsglied zwischen Schülern und Erwachsenen einbrachte. „Wir haben insgesamt einen Einblick bekommen, was alles hinter unserer Schulverpflegung steckt“, ergänzte Kristina Sieger.

Einblick in die Küche gab es auch für zehn Schüler, die sich in der Projektwoche mit der Schulverpflegung beschäftigt haben, theoretisch ebenso wie praktisch. Gulaschsuppe gab es am Ende zum Schulfest. „Das Image der Mensa verbesserte sich“, berichtete der verantwortliche Lehrer Reinhold Folz. Auch weiterhin sind Praktika in der Mensa möglich. Und es soll ein Kochbuch geben, an dem die beiden Internatserzieher Ottmar Krehiel und Isabel Schwarz dran sind.

Der runde Tisch wird weiter bestehen und an Verbesserungen wie der Auswahl unter zwei Salatsoßen oder einer Warmtheke zur Selbstbedienung dran bleiben – damit auch in zwei Jahren die erneute Evaluation klappen wird, sagt der Runde-Tisch-Vorsitzende Thorsten Wagner.

Sophi Lacher

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