Unter dem diesjährigen Motto „Maximale Perspektive“ fand vom 17. bis 19. März der Jugend forscht-Landeswettbewerb im Feierabendhaus der BASF in Ludwigshafen statt. Von unserer Schule hatten sich gleich zehn Personen qualifiziert – was eine bisherige Rekordteilnahme für das HHG bei diesem Wettbewerb darstellt!
Durch diese Vielzahl an klugen Köpfen war die Organisation im Vorfeld eine logistische Meisterleistung, zumal auch fünf Abiturient*innen im Landesfinale antraten. Die Schule konnte es glücklicherweise so organisieren, dass am Dienstagnachmittag alle zehn Nachwuchsforschende gemeinsam mit Frau Schneider den Weg nach Ludwigshafen antreten konnten, um im Feierabendhaus der BASF ihre Stände aufzubauen.

Am Mittwoch stellten sie sich dann den kritischen Fragen von Fach- und Sonderjury. Bereits am gleichen Abend lud die BASF in den Festsaal des Gesellschaftshauses ein. Bei einem Abendessen in wunderschönem Ambiente wurden dort zahlreiche Sonderpreise verliehen, bevor am Donnerstag die eigentliche Feierstunde mit einem tollen Rahmenprogramm folgte.
Ein ganz besonderer Moment dieser Veranstaltung war dabei die Anwesenheit eines echten Nobelpreisträgers: Prof. Dr. Benjamin List (Nobelpreis für Chemie 2021) beehrte das Landesfinale und hielt einen inspirierenden Festvortrag. Er ermutigte den Forschungsnachwuchs ausdrücklich dazu, beharrlich ‚dranzubleiben‘, mutig auch einmal verrückte Ideen zu verfolgen und sich stets hohe Ziele zu setzen.
Unsere Gruppen wurden in diesen Tagen gänzlich vom Forscherfieber erfasst. Das zeigte sich eindrucksvoll darin, dass es sich sowohl die Abiturient*innen (während ihres mündlichen Abiturs!) als auch die anderen Teilnehmenden nicht nehmen ließen, immer wieder ins „Labor“ zurückzukehren, um Ergebnisse zu erfassen, Plakate fertigzustellen und sich akribisch auf den Wettbewerb vorzubereiten.
Dieser unermüdliche Einsatz zahlte sich aus: Unsere fünf Teams kehrten mit einer sehenswerten Bilanz ans HHG zurück. Insgesamt durften wir einen zweiten Platz sowie gleich drei dritte Plätze bejubeln. Außerdem wurden alle Projekte mit Sonderpreisen bedacht.
Unsere Projekte beim Landeswettbewerb

Optimierung der Organisation und Ermöglichung von freiem Arbeiten in der JuFo-AG – Fabian Ternis, 11h (Fachgebiet Arbeitswelt)
Fabian behandelte ein aktuelles Problem, das die inzwischen auf fünf Räume angewachsene Forschungsumgebung innerhalb des HHG betrifft: Um insbesondere Oberstufenschüler*innen das eigenständige Arbeiten an Projekten zu erleichtern, widmete sich Fabian der digitalen Organisation der Geräteausleihe und der möglichen Raumbuchung – auch für Freistunden – und schrieb dafür ein eigenes Organisationsprogramm. Dieses smarte System ermöglicht es nicht nur, verschiedene Nutzergruppen (Schüler, Lehrer und Admin) anzulegen, sondern auch Problemrückmeldungen automatisiert zu erfassen und daraufhin beispielsweise defekte Geräte direkt für die Ausleihe zu sperren. Seine eigens aufgesetzte Webseite wächst in ihrer Funktionalität von Tag zu Tag und Fabian ist mit seinen Ideen noch lange nicht am Ende.
Auszeichnung: 3. Preis Arbeitswelt

Bioakkumulation von Kupferionen bei Morcheln – Alina Ayan und Selin Sayilgan, MSS 13 (Fachgebiet Biologie)
Alina und Selin widmeten sich der spannenden Frage, ob Schwermetalle aus belasteten Böden durch Pilze aufgenommen werden können. Um noch die allerneuesten Ergebnisse für die Jury zu erhalten, ließen sie ihre Morcheln, deren Bioakkumulation für Kupferionen sie bestimmen wollten, tatsächlich noch bis zum Montag vor dem Wettbewerb wachsen. Nach dem Regionalwettbewerb blieben sie extrem kritisch und ließen sich nicht beirren, damit noch offene Fragen ihres Projektes beantwortet werden konnten. Zahlreiche Kontrollreihen, die in mühevoller Kleinarbeit und vielen Stunden in der Schule durchgeführt wurden, brachten sie letztlich auf den entscheidenden Weg: Mit dem geeigneten Medium konnten sie eine weitere Replikat-Reihe durchführen, die klar für eine Aufnahme von Kupferionen durch die Morchel spricht.
Auszeichnungen:
- 2. Preis Biologie
- Sonderpreis der Georg-von-Neumayer-Stiftung
- MNU Preis 1 Woche Deutsches Museum in München

Optimierung der Chlorophyllbestimmung aus der Trockenmasse – Justus Blum, Christopher Fieker und Fritz Grimm, 13h (Fachgebiet Biologie)
Das Team um Fritz, Justus und Christopher hatte sich der Optimierung der Chlorophyll-Bestimmung aus der Trockenmasse gewidmet und dabei ein konkretes Problem aus vergangenen Jugend forscht-Projekten des HHG aufgegriffen. Ihr Ziel war es, die Methode so anzupassen, dass sie im Schulalltag mit einfachen Mitteln durchgeführt werden kann. Sie haben das Verfahren bis zum Landeswettbewerb so professionell aufgearbeitet, dass zukünftigen Projekten in dieser Richtung nun eine zuverlässige Methode zur Verfügung steht, mit der sie bei nur geringem Materialeinsatz die exakte Chlorophyllmenge aus der Trockenmasse bestimmen können.
Auszeichnungen:
- 3. Preis Biologie
- Sonderpreis: Schnupperwoche Osterferien: Studiengang Edelstein und Schmuck (5 Tage) in Idar- Oberstein

Nachweis und Abbau von organischen Stoffen – Maria Gebhard und Laura Mayer, MSS 12 (Fachgebiet Chemie)
Immer öfter sind unsere Gewässer durch Medikamente oder Hormonrückstände belastet. Die „Wiederholungstäterinnen“ Maria und Laura traten erneut im Fachbereich Chemie an, um sich dieses Umweltproblems anzunehmen. Nachdem sie bereits eine schultaugliche Nachweismethode entwickelt hatten, waren sie auch nach dem Regionalwettbewerb sehr fleißig: Sie verfeinerten ihre Methode und widmeten sich vor allen Dingen intensiv den Wegen zum Abbau solcher organischer Substanzen – ganz konkret an ihrem Modellmolekül Genistein (einem Phytohormon). Dabei betrachtete ihr geschultes Auge die Ergebnisse immer wieder kritisch und hinterfragte sie, was dazu führte, dass bis zum Landesfinale noch zahlreiche weitere Kontrollexperimente durchgeführt wurden.
Auszeichnungen:
- 3. Preis Chemie
- Sonderpreis: Die Kraft des Wassers
- Sonderpreis: Lehr- und Forschungslabor „Ernährungs- und Gesundheitsstatus“

NanoPower – Wie winzige Reaktoren die Zukunft erhellen – Leonard Schmidt und Lukas Weiler, 10a (Fachgebiet Chemie)
Ebenfalls in der Chemie traten die teilnahmeerfahrenen Leonard Schmidt und Lukas Weiler an. Die beiden untersuchen, wie sich chemische Reaktionen nach dem Vorbild der Photosynthese durch Licht effizienter steuern lassen, wofür sie bestimmte Reaktionspartner in Liposomen (winzige Fettbläschen) einschließen. Sie ließen die Zeit zwischen Regionalwettbewerb und Landeswettbewerb nicht ungenutzt und konnten noch entscheidende Kontrollversuche durchführen. Diese zeigten erfolgreich, dass die Kompartimentierung – also genau dieser Einschluss in die Liposomen – für den Ablauf ihrer Reaktion tatsächlich sehr hilfreich ist.
Auszeichnungen:
- Sonderpreis: Herbstferienkurs: Ideen [be]greifen – von der Idee zum Produkt mit 3D-CAD, 3D-SCAN, Virtual Reality und 3D- Druck (3 Tage)
- Sonderpreis: Nat-Lab „Von bubble-tea bis Nanogold“ der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (4 Tage)