Bundessieg bei Jugend forscht

19.05.2019, kurz nach halb 11 in der Messehalle 1 in Chemnitz: das Licht geht an, Musik ertönt, 1200 Menschen erheben sich von ihren Plätzen, unter ihnen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, und begrüßen mit tosendem Beifall die Jungforscherelite Deutschlands. Diesen Gänsehaut-Moment dürfen auch unsere drei „MINTfluencer“ (Negin Moghiseh 10h, Tara Moghiseh 12h und Robert Pietsch 12h) miterleben.

 

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Der Bundespräsident würdigte den Rang dieses Nachwuchswettbewerbes mit den Worten „ESC war gestern, heute wird’s spannend“.

 

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Dem Aufruf „Frag nicht mich (das Smartphone), frag dich!“ folgten deutschlandweit rund 12000 Jugendliche. 190 davon stellten sich im Bundesfinale vier Tage lang den anspruchsvollen, wissenschaftlichen Jurygesprächen und genossen ein abwechslungsreiches Begleitprogramm.

Gewonnen haben sie alle bereits. Aber vor allem für unsere rheinland-pfälzische Landessieger brachte der Bundeswettbewerb unvergessliche Momente mit sich. Sie trafen „coole Leute“, die das Austauschen unter Gleichgesinnten ermöglichten. Sie sammelten neue Erfahrungen im wissenschaftlichen Bereich und lernten, ihre Forschungsergebnisse vor den unterschiedlichsten Besuchern zu präsentieren.

 

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Abbildung 1: v.l.n.r.: Angela Schneider, Tara Moghiseh, Negin Moghiseh, Robert Pietsch, Simone Schuhmacher

Im mit zwanzig Arbeiten größten Fachbereich Biologie stellte sich die erst fünfzehnjährige Negin Moghiseh der unglaublich starken Konkurrenz. Für ihr Projekt „Der Einfluss von Lärmbelästigung im Schulalltag auf die Konzentration“ testete sie insgesamt 182 Probanden und wertete 481 Einzeltests aus. Ihr Fazit, dass für ihre spezielle Testsituation die Konzentrationsleistung bei 70dB besser ist als in Ruhe, wurde von der Jury lobend anerkannt und mit wertvollen Tipps für die weitere wissenschaftliche Arbeit versehen. Sie hat in der Zeit in Chemnitz neue Bekanntschaften geschlossen, mit denen auch schon spätere Treffen geplant sind.

 

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Einen Grund zum Jubeln hatte Betreuerin Simone Schuhmacher bereits am Samstagabend bei der Sonderpreisverleihung. Begleitet von Breakdance-Showeinlagen wurden hier in festlichem Rahmen um die fünfzig hochdotierte Sonderpreise an besondere Forschungsprojekte verliehen. Robert Pietsch erhielt für seine Arbeit „Erzeugung und Optimierung nichtdeterministischer Zufallszahlen“ den mit 1500€ dotierten Preis der Gesellschaft für Informatik (GI). Damit honorierte die Fachjury Mathematik/Informatik seine Grundlagenforschung für zukünftige deutlich sicherere Verschlüsselungsmöglichkeiten. Neben dieser hochklassigen Auszeichnung nimmt Robert v.a. die herzliche, neugierige und offene Atmosphäre mit, die im Kreise der Jugend forscht-Familie herrscht.

 

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Das Highlight für die HHG-Gruppe und für Betreuerin Angela Schneider folgte dann am Sonntag.

Waren sie doch alle unter dem Motto „Dabeisein ist Alles“ angereist, schlugen die Emotionen Purzelbäume, als verkündet wurde: Der Bundessieg im Bereich Arbeitswelt geht an Tara Moghiseh für ihr Projekt „CELLnet: automatisierte Leukozytendifferenzierung für die Leukämiediagnostik mit KI“.  Neben diesem mit 2500€ dotieren 1. Platz erhält Tara eine Einladung zum Empfang bei Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Rahmenprogramm im September. Die Jury war insbesondere beeindruckt davon, „dass die Jungforscherin eine sehr große Menge medizinischer Daten selbstständig aufbereitet hat und tief in die Funktionsweise neuronaler Netze eindrang. Mit großer Beharrlichkeit optimierte sie die Vorhersagekraft des Netzes stetig. Ihr Forschungsgebiet kann im medizinischen Alltag dazu beitragen, dass akute Leukämien früh erkannt und somit die Chancen auf Heilung erhöht werden.“

 

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Nach diesen Ereignissen kann das HHG auf eine spannende Zukunft unserer Jungforscher blicken. Herzlichen Glückwunsch!