Radsport: Auf ungewöhnlichen Weg in die Weltspitze

Markus Eydt Presse copy

 

Auf ungewöhnlichem Weg in die Weltspitze

RADSPORT: Der Mountainbiker Markus Eydt vom RV Queidersbach hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt – Für die Europa- und Weltmeisterschaften der U23 ist er nominiert

Die Schule hat er bereits mit dem Fachabitur abgeschlossen. Jetzt setzt Markus Eydt (RV Queidersbach) noch mehr auf den Leistungssport. Der 20-Jährige will sich bei den U23 in der Weltspitze festsetzen. Dafür geht er diesmal auch einen ungewöhnlichen Weg.Die Erleichterung ist bei ihm spürbar. Erstmals holte Markus Eydt bei den deutschen Meisterschaften der Mountainbiker in der Klasse U23 die Bronzemedaille. „Darauf hatte ich lange gewartet, da ich bisher immer Pech hatte“, meinte Eydt rückblickend. Es war seine erste DM-Medaille überhaupt. Dabei gehört der gebürtige Saarländer sowohl bei den Junioren als auch jetzt bei den U23 stets zu den Besten im Land. Jetzt will der Blondschopf mehr. Und die nächsten Höhepunkte stehen noch bevor. Bundestrainer Peter Schaupp hat Eydt frühzeitig für die Europa- und Weltmeisterschaften in der U23-Klasse in der MTB-Disziplin Cross-Country nominiert. Bereits am nächsten Wochenende ist der Wahlpfälzer in Nova Sad in Serbien bei der EM am Start, und dann zwei Wochen später trägt er das Nationaltrikot bei der WM in Vale di Sole/Italien. Zwei Höhepunkte, die Eydt nicht einfach dem Zufall überlässt. Dabei macht er kein Geheimnis daraus, dass während der Pandemie ohne Wettkämpfe es schon schwerfiel, sich regelmäßig zu motivieren. „Zum Glück ist die Situation seit einigen Monaten wieder anders, und die Rennen finden wieder statt“, sagte Eydt. Er freut sich auf die nächsten Höhepunkte. Denn Eydt ist einer der ganz wenigen Akteure, die alljährlich vom Bundestrainer für die beiden internationalen Meisterschaften nominiert wurden. Hoch motiviert und akribischSo ist er auch hoch motiviert und bereitet sich auch akribisch auf die kommenden Aufgaben vor. Und da ging er auch einen ganz neuen Weg. Nachdem er in der letzten Woche mit Junioren-Bundestrainer Marc Schäfer (Bad Homburg) zum Vorbereitungslehrgang auf dem Herzogenhorn im Schwarzwald weilte, ist er mit seinem Trainer Thomas Freienstein (Kaiserslautern) inzwischen in die Höhe von Alpe d’Huez gereist. Dort, wo sich bei der Tour de France bei den besten Radprofis „die Spreu vom Weizen trennt“, bereitet sich Eydt auf die nächsten Aufgaben akribisch vor. „Es ist mir auch wichtig, dass wir in der Trainingssteuerung mal neue Reize setzen“, sagte Eydt. Er will die aktuelle Zeit intensiv nutzen, denn derzeit hat er Ferien bei seinem Bundesfreiwilligendienst, den er am Heinrich-Heine-Gymnasium, einer Eliteschule des Sports, noch absolviert. Statt regelmäßig in der Schule die ehemaligen Mitschüler in der fünften und sechsten Klasse beim Rad-, Athletik- und Krafttraining anzuleiten, sitzt der inzwischen ausgebildete C-Lizenzinhaber selbst jetzt länger im Sattel und hofft auf den nächsten Leistungssprung. Die erste DM-Medaille hat ihm nochmals einen Motivationsschub gegeben. Und die ersten vier Starts im Weltcup verliefen fast ganz nach Plan. Nach den Plätzen 29 in Albstadt, 23 in Novo Mesto/Tschechien und 31 in Les Gets/Frankreich will Eydt jetzt mehr. „Bei der EM und WM peile ich jeweils eine Platzierung unter den ersten 20 an“, meinte das Nachwuchstalent. Und dann will er beim Weltcup-Finale in Lenzerheide die Saison beschließen. 28 Punkte im WeltcupDie ersten 28 Punkte im Weltcup hat er inzwischen auch schon eingefahren. Und weitere sollen nach seinem Willen folgen. Auch deshalb, weil er in den nächsten beiden Jahren, wo er noch zur U23-Klasse zählt, sich dort auch für die Eliteklasse etablieren möchte. „Der Maßstab sind die internationalen Rennen“, sagte Eydt. Und Bundestrainer Schaupp setzt auf den gebürtigen Saarländer, der bis zu seinem Wechsel an das Heinrich-Heine-Gymnasium weder einen Trainer noch einen Trainingsplan hatte. „Markus ist eben einer, der richtig beißen kann. Seine Zeit wird noch kommen“, meinte Schaupp. Er setzt sich selbst höchste Ziele. „Ich mache mir den Druck selbst. Ich fahre die Rennen für mich, und da will ich stets mein Bestes geben“, so Eydt. „Der Leistungssport hat bei mir erst in Kaiserslautern begonnen. Und ich habe diesen Schritt keinesfalls bereut“, meinte Eydt und hofft bald in die Sportfördergruppe bei der Polizei des Landes Hessen aufgenommen zu werden.