Radsport: Wichtiger Test für das Bahnteam

Testen unter Wettkampfbedingungen in neuen Trikots  - Unter diesem Link geht es zum SWR Fernsehbericht der Wettkampfsimulation in Dudenhofen

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/bahn-team-absolviert-wichtigen-test-100.html

Pressebericht des Wochenblattes: 

https://www.wochenblatt-reporter.de/ludwigshafen/c-sport/das-bahn-team-rheinland-pfalz-absolviert-test-in-dudenhofen_a201892

Dudenhofen 2020 Test

Olympiasiegerin als Sportliche Leiterin

Radsport: Eigentlich hätte an Pfingstmontag beim traditionellen Rennen in Dudenhofen das Bahn-Team Rheinland-Pfalz präsentiert werden sollen. Aus dem Rennen wurde nichts – vorgestellt wurde das Team am Dienstag. Das war verbunden mit einem Testwettkampf. Mit dabei war auch ein bekanntes Gesicht: Miriam Welte. Die Olympiasiegerin hat eine neue Rolle.

Dudenhofen. Die Laune bei Frank Ziegler ist nach zwei Stunden Training mindestens genauso gut wie das Wetter: „Man sieht, dass sie in der Pause alle gut gearbeitet haben“, sagt der Trainer. Mit der Rundenzeit von Timo Bichler (17,9 Sekunden) ist Ziegler beispielsweise sehr zufrieden. Zumal der 21-Jährige vom RV Dudenhofen vergangene Woche nicht an einem Lehrgang der Nationalmannschaft in Cottbus teilnehmen konnte. Er bereitet sich auf seine Einstellungsprüfung bei der Polizei vor, würde gerne am 1. September bei der Sportfördergruppe starten. Auch Bichler konnte mit seiner Zeit bei dem internen Wettkampf zufrieden sein: „Es ist gut gelaufen. Man merkt, dass ich zuletzt etwas anders trainiert habe.“ Der 21-Jährige hatte die Corona-Zwangspause genutzt, um in der bayerischen Heimat in Simbach am Inn zu trainieren, zudem Zeit mit seiner Familie zu verbringen. „Ich habe mich auch als Hobbygärtner versucht“, erzählt Bichler schmunzelnd. Trainiert hat er auf der Straße, auf der Rolle, es gab Krafteinheiten. Teilweise waren seine Eltern dabei – mit dem E-Bike. Der Sportler hat es genossen. Und lebt nun, nachdem die Spiele verschoben sind, auch wieder seinen Traum von Olympia. Bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr in Berlin war er nicht für den Männer-Teamsprint nominiert. „Die Hoffnung ist wieder voll da“, sagt der Bayer. Auch Hermann Mühlfriedel, der Leiter des Bahn-Teams Rheinland-Pfalz, hat diese Hoffnung. Dieses Team vor rund zwei Jahren ins Leben zu rufen, war für den Queidersbacher die absolut richtige Entscheidung – natürlich auch wegen der sportlichen Erfolge: „Das ist gut für den Bahnradsport in Rheinland-Pfalz. Nur mit einem solchen Team können wir die namhaften Leute hier halten beziehungsweise hierherholen.“ Dankbar ist er, dass die Unterstützung der Sponsoren weiterhin vorhanden ist, sogar weitere hinzugekommen sind. Apropos hinzugekommen: Mit Torben Osterheld, Jahrgang 2004, vom RV Offenbach ist nun eine weitere Nachwuchshoffnung Teil der Gruppe, zu der neben Bichler auch Alessa-Catriona Pröpster (RSC Ludwigshafen), Katharina Albers, Sophie Deringer (beide RV Dudenhofen), Henric Hackmann (RV Rodenbach) und Luca Spiegel (RV Offenbach) gehören. Zudem ist der 17-jährige Yvo Schlamp Trainingsgast. Auch er gehört dem von Albert Diemer so rührig geführten RV Rodenbach an, kam über das Boxen zum Radsport. Radfahren gehörte schon da zum Grundlagentraining. Schlamp war 2017 sogar Deutscher Meister der Junioren. Doch die Schulter machte ihm zu schaffen, ein knöcherner Sehnenausriss. Mittlerweile ist er Schüler des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums und hat das große Ziel, ein fester Teil des Teams zu werden. Die Chance ist da, sagt Ziegler, der Sportliche Leiter. Voraussetzung ist es, die Landeskadernorm zu erfüllen. Dann ist da ein altbekanntes Gesicht: Olympiasiegerin Miriam Welte. Sie hat nun zusammen mit ihrem Stiefvater die sportliche Leitung. Für die 33-Jährige eine Herzensangelegenheit. Welte kümmert sich um viele Dinge im Hintergrund, um die Akquise der Sponsoren, um die neuen, schicken grünen Trikots. Zumindest bei Wettkämpfen in der näheren Umgebung will sie dabei sein, will ihre Erfahrung einbringen. Ob sie nach ihrem Karriereende die Bahn vermisst? „Die Lust, aufs Rad zu steigen, ist auf jeden Fall da. Ich weiß aber auch, welche Schmerzen das auf der Bahn sind. Was ich vermisse, ist das Zusammensein mit dem Team. Die Mädels und die Jungs fehlen mir.“ Deswegen will sie auch mal wieder beim Training im Kraftraum vorbeischauen. „Miriam hat die C-Trainerausbildung, will reinschnuppern. Sie hatte sich schon in ihrer aktiven Zeit viel eingebracht“, berichtet Ziegler. Welte bedient an diesem Tag auch schon mal die Startmaschine. Dank einer neuen Zeitmessung auf der Anlage in Dudenhofen gelangen die Daten direkt wenige Meter weiter auf das Laptop von Thiemo Pelzer, der Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt ist. „Ich kann so mehr beobachten, muss mich nicht auf das Stoppen konzentrieren. Gerade beim Gruppentraining ist das von Vorteil“, sagt Ziegler. Gruppentraining ist coronabedingt derzeit noch nicht möglich. Wie überhaupt Unklarheit herrscht. Wann es wieder Wettkämpfe geben wird, weiß niemand. Keine einfache Situation. „Gerade da ist auch ein Team von Vorteil“, weiß Mühlfriedel. Die Sportler können sich gegenseitig motivieren. Und dass sie auch in der Corona-Pause gearbeitet haben, ist auf der Bahn in Dudenhofen nicht zu übersehen.