Radsport

Ein Sport - Eliteschule in besonderen Zeiten

ELiteschule Stollhof

Eine Sport-Eliteschule in besonderen Zeiten

Hintergrund: Auch wenn am Heinrich-Heine-Gymnasium in Teilen der Unterricht wieder läuft, so ist die Eliteschule des Sports in Kaiserslautern doch noch weit von der Normalität entfernt. Die Einschränkungen stellen die jungen Sportler und ihre Trainer vor Herausforderungen. In einer solchen Zeit ist vor allen Dingen eines gefragt: Fingerspitzengefühl.

Kaiserslautern. Stille. Niemand, der erzählt, keine Geräusche, kein Sportler, der an den Geräten arbeitet. Es ist ein ungewohntes Bild im Athletikraum des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) in Kaiserslautern. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist auch an einer Eliteschule des Sports vieles anders. Dass wieder Schüler da sind, dass im Internat wieder Leben eingekehrt ist, ist ein erster Schritt Richtung Normalität. Wobei – von Normalität möchte in Kaiserslautern niemand sprechen. Und eine Prognose abgeben, wann hier der Betrieb wieder so läuft, wie es vor Corona der Fall war, kann ohnehin niemand. „Wir hoffen auf eine schrittweise Lockerung für den Sportbetrieb. Wir haben aber natürlich auch Verständnis, dass der Sport in so einer Zeit nicht an erster Stelle steht“, sagt Jan Christmann, der Leiter des Sportzweiges. Erste positive Erlebnisse gab es dieser Tage: Frank Ziegler konnte mit Bundeskader-Athleten wieder auf die Bahn nach Dudenhofen. Ein gutes Gefühl für Olympia-Kandidat Timo Bichler vom RV 08 Dudenhofen und Alessa-Catriona Pröpster, die für den RSC Ludwigshafen startet, sowie Henric Hackmann (RV Rodenbach). „Die Sportler haben die sechs Wochen gut überbrückt“, sagt Ziegler. Ergometer, Kraftraum, Kilometer auf der Straße hieß das Ersatzprogramm. „Was aber fehlt, ist die soziale Komponente, die sehr wichtig ist“, weiß der Trainer. Über Videokonferenzen wurde versucht, so gut es geht Kontakt zu halten. Für den Trainer ebenfalls wichtig: sportliche Ziele. Das sei ohne Wettkämpfe schwierig. Keine deutsche Meisterschaft in Köln, keine Junioren-WM in Kairo. Bislang verschoben. Die Hoffnung auf Titelkämpfe hat Ziegler noch nicht aufgegeben. „Ich würde es begrüßen, wenn Landeskaderathleten auch wieder trainieren könnten. Wir haben sehr talentierte junge Leute, die derzeit nicht wie die Bundeskaderathleten trainieren dürfen.“ Das sei aber in einer Phase der Entwicklung wichtig. So sieht es auch Josef Schüller, der nicht nur die Straßenradfahrer trainiert, sondern Internatsleiter ist. „Auf der Straße ist alles abgesagt worden. Uns ist die Perspektive total weggebrochen.“ Als Beispiel nennt der Bundestrainer Lea Waldhoff von der RIG Vorderpfalz, deutsche Meisterin der Juniorinnen im Omnium. Für sie stellt sich auch die Frage, wie es nun weitergeht. Eigentlich bräuchte sie Ergebnisse, um in einen Rennstall zu kommen. „Bei den Frauen ist das noch einmal schwieriger“, sagt Schüller. Gerade der Übergang vom Junioren- in den Aktivenbereich ist auch ohne Corona schon eine Herausforderung. Einige nehmen über die Onlineplattform „Zwift“ an einer virtuellen Rad-Bundesliga teil. Rolle statt Asphalt. Im Nachwuchsbereich war dieses Jahr die deutsche Meisterschaft in Bolanden am Donnersberg ein großes Ziel – fast ein Heimspiel für das HHG. „Für uns wäre das vom Profil her eine gute Strecke gewesen“, sagt Schüller. Bei den Badmintonspielern ist die Situation noch schlimmer. Während Radfahrer zumindest unterwegs sein können, dürfen diese nicht in die Halle. „Wir gestalten jedes Training anders, so dass neue Reize da sind“, berichtet Trainer Christian Stern. Seine Befürchtung: Dass bei so manchem Sportler während der Corona-Pause die Motivation verloren geht. „Ich hoffe, dass wir bald wieder in der Halle trainieren können. Gerade in unserer Sportart können wir alle Richtlinien einhalten“, sagt der Projekttrainer des Badmintonverbandes Rheinhessen-Pfalz. Videotraining gehört mittlerweile zum Programm. Markus Berndt hatte gehofft, dass für seine Fußballer eine Ausnahmegenehmigung ähnlich der Profis möglich ist – Training in Kleingruppen, Einhaltung der Abstandsregeln. „Auf dem Gelände der TSG Kaiserslautern mit mehreren Plätzen wäre das gegangen.“ Aber eine Sonderregelung gibt es für die Sport-Eliteschule nicht. „Das tut mir weh für die Jungs.“ Berndt hat zudem im Unterricht schon digitale Wege eingeschlagen. In seiner Sporttheorie-Gruppe ist eine Schülerin aus Bulgarien, die derzeit nicht nach Deutschland darf, so aber doch irgendwie dabei sein kann. „Wir wollen für unsere Sportler und auch die anderen Schüler das Beste erreichen“, betont Schulleiter Ulrich Becker. Im Verhältnis gut gehe es derzeit den Tennisspielern, die – wenn auch mit Vorgaben – auf dem Platz trainieren können, sagt Jan Christmann. Besonders schwierig sei es dagegen im Judo. „Wir brauchen in dieser Zeit ganz viel Fingerspitzengefühl. Wir bauen keinen Druck auf, sondern versuchen zu motivieren“, betont Schüller. 160 Schüler werden am Gymnasium derzeit wieder unterrichtet, wie Becker berichtet. Im Internat, das während der Corona-Pause geschlossen war, sind knapp 40 Zimmer wieder belegt. „Alle mit Einzelbetten“, sagt Schüller. 155 Internatsschüler sind es sonst. Hier wurde ein spezielles Hygienekonzept erarbeitet. „Wir haben unglaublich gerödelt, dass wir an der Schule den Betrieb wieder aufnehmen konnten“, erzählt der Internatsleiter. Das bestätigt der Schulleiter: „Es läuft richtig gut.“ Dass der Bund am Mittwoch angekündigt hat, den Startschuss zur Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebs im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland geben zu wollen, ist ein weiterer Schritt zur Normalität. In der Hoffnung, dass es diese an der Eliteschule des Sports wieder geben wird.

 

Auftakt in Dudenhofen

Radsport: Trainingsauftakt am HHG

Seit Sonntag sind die Sportler der 10 und 12 Jahrgangsstufe zurück im Internat und besuchen seit Montag wieder die Schule.. Sehr schnell haben sich alle an die  Regeln zum Infektionsschutz gewöhnt. 

Aufgrund der aktuellen geltenden Richtlinien der Landesregierung dürfen aktuell nur die Kadersportler (NK1, PK, OK) in Kleingruppen unter der Leitung der Trainer trainieren und die Sportstätten nutzen. Auch hier gelten strenge Abstands und Hygienerichtlinien. 

Die anderen Sportlerinnen und Sportler trainieren selbstständig oder online nach den Vorgaben der Trainer. 

Wir hoffen, dass schnellstmöglich auch für die anderen Sportlerinnen und Sportler der Trainingsbetrieb schrittweise unter der Leitung der Training wieder aufgenommen werden kann. 

Trainingsauftakt Bahn Team

Trainingsauftakt für die Sprinter von Frank Ziegler in Dudenhofen: Timo Bichler, Henric Hackmann 11s und Alessa-Catriona Pröpster 

Trainingsauftakt Märkl

Moritz Kärsten 10s1  und Enzo Decker beim Training auf der Bahn in Schopp unter der Leitung von Andreas Märkl und Jochen Dornbusch 

Trainingsauftakt Lea Waldhoff

Lea Waldhoff (12s) aus der Trainingsgruppe von Josef Schüller 

OSP-Sportpsychologie: Empfehlungen zum Umgang mit der Corona - Krise

 

Liebe Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer, liebe Sportbegeisterte,

die Corona-Pandemie verändert Euren Alltag. Viele von Euch sind bereits kreativ geworden und passen ihre Trainingsabläufe an die gegenwärtigen Umstände und Beschränkungen an. Je nach Sportart ist dann mehr oder weniger möglich. Gleichzeitig besteht die potentiell psychisch belastende Kombination aus Informationsflut und der immer noch unklaren Frage „wie geht es weiter“ weiterhin. Hinzu kommen für viele zusätzliche Belastungen wie fehlende Struktur, weggebrechende bzw. bereits unerreichbare sportliche und nicht sportliche Ziele sowie teils widersprüchliche Meldungen zu Gefahren und Gesundheitsrisiken durch das Corona-Virus.

Vor diesem Hintergrund möchten der Servicebereich Sportpsychologie am Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz einige generelle Empfehlungen zum Umgang mit der Corona Krise beschreiben:

  • Negative Gefühle und Sorgen? – Hinschauen statt verdrängen!

Negative Emotionen wie Angst und ein sich Sorgen machen sind in dieser Zeit durch große Unsicherheit und Veränderungen nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil es ist normal, diese Gefühle mehr als üblich zu erleben. Ein Verdrängen dieser Gefühle und Sorgen ist langfristig wenig hilfreich sondern gleicht vielfach dem Versuch einen Wasserball dauerhaft unter Wasser zu drücken (viel Anstrengung wenig Effekt). Deshalb gilt: Hinschauen statt wegschauen.

Hinschauen bedeutet sich Zeit nehmen, wahrzunehmen und ausdrücken zu können, was ihr gerade fühlt. Manche Menschen schreiben ihre Gefühle gerne nieder oder werden kreativ (z.B. malen oder musizieren). Häufig hilft es schon, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten – wie würde eine mir nahestehende Person damit umgehen? Was hat mir in der Vergangenheit bereits geholfen mit diesem Gefühl umgehen zu können? Wer könnte mich dabei unterstützen und welche persönliche Ressource könnte ich dazu einsetzen?

  • Stärken stärken!

Stärken und Ressourcen sind Kraftquellen. In schwierigen Zeiten gilt: Erinnert Euch an positive Erfahrungen, alle Probleme die schon überwunden und gelöst wurden und an Eure Stärken und Talente. Aktivieren und nutzt diese – und habt dabei auch die Chancen im Blick die diese Zeit bereit hält (neue Freiräume, Spielräume, Ruhe und Entschleunigung). So kann es beispielsweise sein, dass ihr ein längst vergessenes  Hobby wieder entdeckt oder etwas ganz neues ausprobiert. Und vergesst nicht: Gut ist das neue perfekt. An manchen Tagen wird es Euch besser gelingen, Eure Ressourcen zu nutzen, an anderen Tagen findet ihr vielleicht nur schwer Zugang. Auch das ist kein Grund zu Besorgnis, sondern ganz normal.

In Verbindung bleiben!

Bleibt regelmäßig in Verbindung, auch wenn ihr Euch nicht von Angesicht zu Angesicht sehen könnt. Nutz Telefon, Videochats, soziale Netzwerke & Co. und beherzigt die Regel: Besser kurze, aber dafür regelmäßige Kontakte.

  • Grenzen setzen und Refokussierung

Haltet Euch bei Euren sozialen Kontakten von Panikmachern fern! Wenn ihr das Gefühl habt, dass bestimmte Kontakte immer wieder Corona bezogene Informationen wiederholen und dies Euch ein ungutes Gefühl gibt, setzt wertschätzend Grenzen. Verzichtet darauf, die nicht persönlichen, massenweise kursierenden SMS, E-Mails, Videos, WhatsApp-Nachrichten und Meldungen auf sozialen Medien zur Corona- Pandemie zu lesen. Viel nützlicher, da stärkender ist eine Refokussierung auf positive, alternative Inhalte: Was hat Euch heute gefreut? Was waren die kleinen Freuden des Alltags? Notiert zum Tagesabschluss mindestens drei Dinge die positiv gelaufen sind.

  • Hirn an statt Hirn aus

In jeder Krise hilft: Ruhe bewahren, einmal mehr durchzuatmen, um dadurch einen klaren Gedanken und eine klare Strategie zu verfolgen. Fakten und gesicherte Erkenntnisse helfen gegen Gefühle von Kontrollverlust und Hilflosigkeit, denn sie geben Orientierung und Sicherheit. Nachdenken und souveränes agieren ist hilfreicher als Aktionismus und energieraubendes Grübeln und sich Sorgen machen.

  • Arbeit an (sportlichen) Baustellen

Corona Zeit schafft auch freie Zeit. Endlich kann an konditionellen Grundlagen oder an störenden Dysbalancen gearbeitet werden. Endlich gibt es Zeit für Mentales Training und ein Ausprobieren von mentalen Trainingstechniken. Zum Beispiel Vorstellungstraining oder das Steuern von Gedanken und Gefühlen. Diese Zeit bietet sich Chancen mit dem Kopf zu üben und neue Potentiale zu entdecken.

  • Kreativ werden!

Corona fordert uns heraus. Challenge accepted! Im Netz finden sich viele Beispiele für besondere sportliche und nicht sportliche Herausforderungen. Warum nicht mal eine Beinpresse mit dem Nachwuchs oder ein kreatives Schwimmtraining im Planschbecken usw. Für Motivation und dranbleiben ist es sinnvoll andere herauszufordern. In diesem Sinne: Challenge accepted?

  • Struktur gibt Sicherheit

Struktur hilft gegen Chaos und gibt Sicherheit. Gleichzeitig werden Vorhersehbarkeit und Selbstwirksamkeit unterstützt. Das bedeutet konkret: nicht im Pyjama bleiben, sondern wie immer aufstehen, sich anziehen, übliche Essens-, Schlafens-, Trainings- Arbeits- oder Lernzeiten einhalten. Setzt Euch realistische Ziele und plant Euren Tag. Aufgaben-Verwaltungs-Tools können hilfreich sein, insbesondere wenn man mehr auf sich allein gestellt ist. Erstellt nicht nur „to-do“-Listen, sondern auch „done“-Listen und erzählt  anderen von Eurer Zielerreichung. Und ganz wichtig: Plant ein Highlight pro Tag, auf das ihr euch freuen könnt!

  •  Information – bewusst und gezielt

 Ununterbrochener Medienkonsum zur Corona-Pandemie überfordert, da immer wieder ähnliche Bilder und Schilderungen wiederholt werden. Zudem sind auch einige Falschinformationen im Umlauf. Deshalb ist es wichtig, den Bezug zur Realität und zur Faktenlage nicht zu verlieren. Im Grunde reicht dafür ein tägliches Update aus einer verlässlichen Quelle aus, um angemessen auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Wir hoffen, dass die beschriebenen Inhalte als hilfreich erlebt werden. Zusätzlich wollen wir darauf hinweisen, dass die OSP-Sportpsycholog*innen für Sportler*innen und Trainer*innen für einen professionellen Austausch und für die sportpsychologische Arbeit in dieser Krise und darüber hinaus(z. B. an der Arbeit mentaler Fähigkeiten) über Videochat oder telefonisch zur Verfügung stehen.

Kommt weiter gut durch diese Zeit und bleibt gesund!

Christian Heiss

Dr. Christian Heiss betreut Einzelsportler und Mannschaften in ihrer mentalen Leistungsentwicklung auf nationale und internationale Wettkämpfe. Mehr auch online unter:

www.performance-entwicklung.de

 

Radsport: Ausgebremst durch Corona - SWR bei Familie Märkl

Mit jeder Woche, die ohne Rennen verstreicht, sinkt die Chance für Nachwuchssportler, sich mit guten Leistungen für neue Profiverträge zu empfehlen. Die Radsport-Familie Märkl im pfälzischen Queidersbach erlebt das derzeit in besonderer Form – und lässt sich trotzdem den Optimismus nicht nehmen

Das SWR-Fernsehen hat die Familie Märkl besucht. Unter dem folgenden Link geht es zu dem Bericht und zum Fernsehbeitrag:

https://www.swr.de/sport/mehr-sport/radsport/rennrad/familie-maerkl-ist-durch-corona-ausgebremst-100.html

 

Wichtiger Hinweis für alle Sportler: So wie in dem Beitrag dürfen nur Sportler fahren, die im gleichen Hausstand leben. Ansonsten ist Gruppentraining nach den aktuellen Richtlinien weiterhin verboten!!   BEWEGT EUCH, ABER WEITERHIN MIT ABSTAND!!! 

Radsport: Die große Schwester und die Bergziege

Radsport Bergziege

Ludwigshafener Rundschau vom 25.03.2020

Die große Schwester und die Bergziege

Radsport: Anne und Paul Slosharek gehören zu den vielversprechendsten Talenten in Rheinland-Pfalz. Die beiden Ludwigshafener haben ihr Leben dem Leistungssport untergeordnet. Beide besuchen die Eliteschule des Sports, das Heinrich-Heine Gymnasium, in Kaiserslautern. Doch momentan ist alles anders.

LUDWIGSHAFEN. Aktuell müssen sich Anne und Paul Slosharek an eine neue Situation gewöhnen – aus zwei Gründen. Wegen der Corona-Krise ist die Schule in Kaiserslautern geschlossen, aber auch die sonst gewohnten gemeinsamen Trainingseinheiten fallen weg. Deshalb sind die beiden jungen Radsportler, die zu den Besten ihres Jahrgangs in Rheinland-Pfalz zählen, wieder ins Elternhaus auf die Parkinsel in Ludwigshafen zurückgekehrt. Statt im Internat des Heinrich-Heine-Gymnsiums (HHG) in der Westpfalz zu leben, dreht sich jetzt alles um den Sport in der häuslichen Umgebung.Das ist nicht ganz einfach. Denn die Eltern Peggy und Martin Slosharek sind beruflich sehr stark eingebunden – auch, vielleicht gerade, in der Corona-Krise. Mutter Peggy arbeitet bei der Sparkasse Vorderpfalz in Ludwigshafen in einer verantwortlichen Funktion im Kreditgeschäft. Vater Martin ist fernab von der Heimat als Bereichsleiter der Nord-Ostsee Sparkasse in Flensburg tätig. Da ist nicht nur jetzt ein besonderes Familien-Management gefordert. „Es ist bei uns nicht anders, als bei vielen anderen Familien. Unsere Kinder sind seit der Unterbringung im Internat auch viel selbstständiger geworden“, erzählt Peggy Slosharek. Sie freut sich dann umso mehr, wenn ihre Kinder und ihr Ehemann an den Wochenenden zu Hause sind und sie gemeinsam mit ihnen zu den Rennen fahren. Denn der Radsport ist inzwischen ein fester Teil ihres Freizeitlebens geworden. Sie engagieren sich auch darüber hinaus. Martin Slosharek ist als lizenzierter Radsporttrainer auch Fachwart Rennsport beim RSC Linden, der in diesem Jahr wieder die deutschen Meisterschaften im Bergfahren am 17. Mai ausgerichtet hätte. Er begleitet auch seine Kinder aktiv im Training. „Da wir jetzt schon eine Weile zu Hause sind, ist das Training etwas ungewohnt. Es ist anders, als in einer Gruppe mit anderen leistungsstarken Fahrerinnen zu trainieren“, erzählt die 14 Jahre alte Anne Slosharek: „Die Umfänge und Intensitäten sind zwar gleich, aber es ist schon etwas ungewohnt, wenn ich alleine oder mit meinem Bruder trainiere.“ Steiler AufstiegDie junge Frau mit dem strahlenden Lächeln weiß, wovon sie spricht. Sie fand erst vor zwei Jahren den Weg zum Radsport. Zuvor ging sie regelmäßig zur Leichtathletik beim ABC Ludwigshafen. Seit dem Wechsel im vergangenen Sommer vom Carl-Bosch-Gymnasium ins Heinrich-Heine-Gymnasium haben sich nicht nur ihre Trainingsumfänge fast verdoppelt. Sie hat auch einen großen Leistungssprung vollzogen. Slosharek übersprang das neunte Schuljahr und wechselte direkt in die zehnte Klasse an das HHG. Dort fühlt sie sich sichtlich wohl, schätzt die Bedingungen vor Ort und wohnt mit Hannah Kunz einem Zimmer. Sie teilen sich sogar ihr zweites Hobby, das Reiten. „Dafür haben wir aber viel zu wenig Zeit“, sagt Slosharek. Sie gilt als besonders ehrgeizig, als eine Sportlerin, die fokussiert ihre Ziele verfolgt. Dabei befolgt sie auch den Leitspruch ihres Vaters Martin. Dieser wirbt bei seinem Arbeitgeber für Neugründer mit den Worten: „Für eine erfolgreiche Gründung braucht es ein klares Ziel und eine sorgfältige Vorbereitung, vor allem aber den Willen und die Leidenschaft, eine persönliche Idee zum Erfolg zu führen.“ So ist der individuelle Trainingsplan ihrer Trainerin Martina Haben derzeit ein ständiger Begleiter. „Auch wenn der Anfang am HHG nicht leicht war, habe ich diesen Schritt bis heute nicht bereut. Es ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Slosharek. 200 bis 260 Kilometer radelt sie in der Woche. Bei den deutschen Meisterschaften im Radcross in Albstadt Anfang Januar lag sie bis zur Schlussrunde auf Medaillenkurs, ehe sie nach einem Fahrfehler im tiefen Sand vom Rad musste und am Ende auf den vierten Platz rutschte. „Es war ärgerlich, dass es nicht für eine Medaille gereicht hatte. Im nächsten Winter will ich auf jeden Fall die Medaille“, sagt sie. Ihr Metier ist aber die Straße und ihre Stärken hat sie im Sprint. Dafür muss sie am Berg noch zulegen. „Mir fehlt auch noch ein wenig der Blick im Feld, um die richtige Entscheidung im Rennen zu treffen“, sagt sie selbstkritisch. Eine Eigenschaft, die ihre Vereinskameradin Jule Märkl, die amtierende deutsche Cross-Meisterin, besitzt. „Da kann ich von ihr noch was lernen“, sagt Anne Slosharek. Sie ist weiterhin optimistisch, dass sie ihre Ziele erreichen kann. Ihre Prioritäten liegen bei den Sichtungsrennen des Bund Deutscher Radfahrer. Dort hat sie sich ein besonderes Ziel vorgenommen: Sie will im ersten Jugendjahr unter den Top 15 landen. Ganz anders ist ihr vier Jahre jüngerer Bruder Paul. Er muss aktuell noch die allgemeine Grundausbildung im Radsport an der Schule meistern und trainiert deshalb auch nicht nach einem individuellen Plan. Er gilt aber mit seinen 36 Kilogramm als echte Bergziege, der seiner Schwester meistens bergauf davonfährt. Zunächst HeimwehPaul Slosharek fiel der Wechsel auf die neue Schule erst einmal nicht so leicht. Er hatte in den ersten Wochen Heimweh. Das hat sich mittlerweile gelegt und er ist an der Eliteschule des Sports in Kaiserslautern angekommen. „Wäre meine Schwester nicht ins Internat gewechselt, wäre ich nicht mitgegangen“, sagt Paul Slosharek. Der Schritt war gut vorbereitet. Vor seinem Wechsel von der Grundschule in die fünfte Klasse am HHG schnupperte er erst einmal in einer Probewoche. „Es ist schon eine große Umstellung, aber ich kann täglich mit Mama und Papa telefonieren. Ich wollte ja wegen des Sports wechseln“, sagt Paul Slosharek, der auch Tennis beim Park TC Ludwigshafen spielt und für den ABC Ludwigshafen bei Laufwettkämpfen startet. Einmal im Jahr ist die ganze Familie beim Sport gemeinsam aktiv – beim Last-Minute-Sportabzeichen. „Martin und mir war es wichtig, dass die Kinder selbst ihre Entscheidung für den Schulwechsel treffen“, sagt Peggy Slosharek. Nach fast acht Monaten in Kaiserslautern glaubt sie, dass der eingeschlagene Weg der richtige Schritt für ihre Kinder gewesen sei. Momentan aber plagt Paul kein Heimweh. Denn derzeit ist er zu Hause – wie auch seine Schwester Anne. Wegen der Corona-Krise sind die Schulen vorerst geschlossen. Wie lange das noch so sein wird, wissen sie nicht. So muss Anne Slosharek weiter für sich trainieren. Am Sonntag wäre eigentlich ihr Einstand beim Bundesliga-Rennen im südhessischen Einhausen gewesen. Der fiel aus. Stattdessen absolvierte Anne Slosharek wieder rund 70 Trainingskilometer in der Rhein-Neckar-Region mit ihrem Vater und Bruder. Denn irgendwann geht es auch mit den Wettkämpfen wieder weiter…

Radsport: Trainingslager abgebrochen

BDR HHG Athleten

Die HHG-  Nationalkaderathleten Enzo Becker, Moritz Kärsten, Jasper Pahlke Lea Waldhoff, Timo Bichler Sophie Deringer, Henric Hackmann, Katharina Albers  Begleitlehrerin Eva Schmitt und Physiotherapeutin Alexandra Welte kamen mit einer Sonderflug des DOSB frühzeitig aus dem Trainingslager in Mallorca zurück. Der Lehrgang wurde am 13.3 vom BDR abgebrochen. 

OSP Trainer Frank Ziegler holte die Sportler und Betreuer in Berlin ab. Die wichtigste Nachricht: Alles sind gesund!!

Der Trainingsbetrieb am Bundesstützpunkt in Kaiserslautern im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie eingestellt. Die Sportler trainieren nach individuellen Plänen zu Hause.  

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