Radsport

Radsport: Wichtiger Test für das Bahnteam

Testen unter Wettkampfbedingungen in neuen Trikots  - Unter diesem Link geht es zum SWR Fernsehbericht der Wettkampfsimulation in Dudenhofen

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/bahn-team-absolviert-wichtigen-test-100.html

Pressebericht des Wochenblattes: 

https://www.wochenblatt-reporter.de/ludwigshafen/c-sport/das-bahn-team-rheinland-pfalz-absolviert-test-in-dudenhofen_a201892

Dudenhofen 2020 Test

Olympiasiegerin als Sportliche Leiterin

Radsport: Eigentlich hätte an Pfingstmontag beim traditionellen Rennen in Dudenhofen das Bahn-Team Rheinland-Pfalz präsentiert werden sollen. Aus dem Rennen wurde nichts – vorgestellt wurde das Team am Dienstag. Das war verbunden mit einem Testwettkampf. Mit dabei war auch ein bekanntes Gesicht: Miriam Welte. Die Olympiasiegerin hat eine neue Rolle.

Dudenhofen. Die Laune bei Frank Ziegler ist nach zwei Stunden Training mindestens genauso gut wie das Wetter: „Man sieht, dass sie in der Pause alle gut gearbeitet haben“, sagt der Trainer. Mit der Rundenzeit von Timo Bichler (17,9 Sekunden) ist Ziegler beispielsweise sehr zufrieden. Zumal der 21-Jährige vom RV Dudenhofen vergangene Woche nicht an einem Lehrgang der Nationalmannschaft in Cottbus teilnehmen konnte. Er bereitet sich auf seine Einstellungsprüfung bei der Polizei vor, würde gerne am 1. September bei der Sportfördergruppe starten. Auch Bichler konnte mit seiner Zeit bei dem internen Wettkampf zufrieden sein: „Es ist gut gelaufen. Man merkt, dass ich zuletzt etwas anders trainiert habe.“ Der 21-Jährige hatte die Corona-Zwangspause genutzt, um in der bayerischen Heimat in Simbach am Inn zu trainieren, zudem Zeit mit seiner Familie zu verbringen. „Ich habe mich auch als Hobbygärtner versucht“, erzählt Bichler schmunzelnd. Trainiert hat er auf der Straße, auf der Rolle, es gab Krafteinheiten. Teilweise waren seine Eltern dabei – mit dem E-Bike. Der Sportler hat es genossen. Und lebt nun, nachdem die Spiele verschoben sind, auch wieder seinen Traum von Olympia. Bei der Weltmeisterschaft im Frühjahr in Berlin war er nicht für den Männer-Teamsprint nominiert. „Die Hoffnung ist wieder voll da“, sagt der Bayer. Auch Hermann Mühlfriedel, der Leiter des Bahn-Teams Rheinland-Pfalz, hat diese Hoffnung. Dieses Team vor rund zwei Jahren ins Leben zu rufen, war für den Queidersbacher die absolut richtige Entscheidung – natürlich auch wegen der sportlichen Erfolge: „Das ist gut für den Bahnradsport in Rheinland-Pfalz. Nur mit einem solchen Team können wir die namhaften Leute hier halten beziehungsweise hierherholen.“ Dankbar ist er, dass die Unterstützung der Sponsoren weiterhin vorhanden ist, sogar weitere hinzugekommen sind. Apropos hinzugekommen: Mit Torben Osterheld, Jahrgang 2004, vom RV Offenbach ist nun eine weitere Nachwuchshoffnung Teil der Gruppe, zu der neben Bichler auch Alessa-Catriona Pröpster (RSC Ludwigshafen), Katharina Albers, Sophie Deringer (beide RV Dudenhofen), Henric Hackmann (RV Rodenbach) und Luca Spiegel (RV Offenbach) gehören. Zudem ist der 17-jährige Yvo Schlamp Trainingsgast. Auch er gehört dem von Albert Diemer so rührig geführten RV Rodenbach an, kam über das Boxen zum Radsport. Radfahren gehörte schon da zum Grundlagentraining. Schlamp war 2017 sogar Deutscher Meister der Junioren. Doch die Schulter machte ihm zu schaffen, ein knöcherner Sehnenausriss. Mittlerweile ist er Schüler des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums und hat das große Ziel, ein fester Teil des Teams zu werden. Die Chance ist da, sagt Ziegler, der Sportliche Leiter. Voraussetzung ist es, die Landeskadernorm zu erfüllen. Dann ist da ein altbekanntes Gesicht: Olympiasiegerin Miriam Welte. Sie hat nun zusammen mit ihrem Stiefvater die sportliche Leitung. Für die 33-Jährige eine Herzensangelegenheit. Welte kümmert sich um viele Dinge im Hintergrund, um die Akquise der Sponsoren, um die neuen, schicken grünen Trikots. Zumindest bei Wettkämpfen in der näheren Umgebung will sie dabei sein, will ihre Erfahrung einbringen. Ob sie nach ihrem Karriereende die Bahn vermisst? „Die Lust, aufs Rad zu steigen, ist auf jeden Fall da. Ich weiß aber auch, welche Schmerzen das auf der Bahn sind. Was ich vermisse, ist das Zusammensein mit dem Team. Die Mädels und die Jungs fehlen mir.“ Deswegen will sie auch mal wieder beim Training im Kraftraum vorbeischauen. „Miriam hat die C-Trainerausbildung, will reinschnuppern. Sie hatte sich schon in ihrer aktiven Zeit viel eingebracht“, berichtet Ziegler. Welte bedient an diesem Tag auch schon mal die Startmaschine. Dank einer neuen Zeitmessung auf der Anlage in Dudenhofen gelangen die Daten direkt wenige Meter weiter auf das Laptop von Thiemo Pelzer, der Trainingswissenschaftler am Olympiastützpunkt ist. „Ich kann so mehr beobachten, muss mich nicht auf das Stoppen konzentrieren. Gerade beim Gruppentraining ist das von Vorteil“, sagt Ziegler. Gruppentraining ist coronabedingt derzeit noch nicht möglich. Wie überhaupt Unklarheit herrscht. Wann es wieder Wettkämpfe geben wird, weiß niemand. Keine einfache Situation. „Gerade da ist auch ein Team von Vorteil“, weiß Mühlfriedel. Die Sportler können sich gegenseitig motivieren. Und dass sie auch in der Corona-Pause gearbeitet haben, ist auf der Bahn in Dudenhofen nicht zu übersehen.

Radsport: In der "Badewanne" geht es wieder rund

Dudenhofen 2020

In der „Badewanne“ geht’s wieder rund

Radsport: Bundestrainer Jörg Winkler macht Abstecher in den Trainingsalltag am Bundesstützpunkt Dudenhofen

DUDENHOFEN. In der „Badewanne“ steht die Hitze. Aber egal. Es geht rund, die Bahn-Rennräder ohne Bremsen und Leerlauf rollen wieder. Die Athleten empfinden das als großes Glück. Davon hat sich am Dienstag Bundestrainer Jörg Winkler in Dudenhofen überzeugt, an einem von fünf Bundesstützpunkten im Bahnradsport.„Es muss ja alles weiter gehen. Die Sportler brauchen eine Perspektive, sonst wird das ja nichts. In den Tag hineinleben, das geht nicht“, sagte Winkler, der für zwei Tage aus Hamburg in die Pfalz kam. Am Montag schaute er sich das Krafttraining an, gestern das Bahntraining. Winkler war schon in Schwerin, folgen werden Erfurt, Cottbus und Chemnitz. Momentan kann er noch keine gemeinsame Maßnahme für die Juniorensportler planen, wie das gerade seit Montag bis Pfingsten für die Elite und U23 in Cottbus möglich ist. „Hier in Kaiserslautern und Dudenhofen läuft es sehr gut, bei Frank Ziegler geht es immer familiär zu“, lobte Winkler die Gruppe des Landestrainers: „Die Athleten sind motiviert, sie freuen sich, wenn man sich um sie kümmert.“ Sophie Deringer vom RV 08 Dudenhofen und Henric Hackmann vom RV Kerzenheim wären Kandidaten für die Junioren-Weltmeisterschaften im Juli in Kairo gewesen. Diese ist aber abgesagt. „Jetzt hoffen wir, dass wenigstens die EM in Anadia in Portugal stattfinden“, sagt Sophie Deringer, die mehrfache deutsche Meisterin aus Römerberg. „Man braucht Ziele. Ohne Ziele ist es schwer, sich zu motivieren“, erklärte sie, „ich bin jetzt richtig froh. Ich hatte das Gefühl vermisst, auf der Bahn zu fahren. Aber die Bahn ist für mich Heimat.“ Das Coronavirus hat alles durcheinandergebracht. Jetzt kommt der lahmgelegte Sportbetrieb wenigstens wieder langsam in die Trainingsphasen. Nicht ohne Regeln – Masken an, Abstand halten, daheim duschen und, und, und. „Die Regeln sind nicht umsonst gemacht, wir halten uns strikt daran“, erläuterte Frank Ziegler. Seine Trainingsgruppe hat er zweigeteilt, weil immer nur fünf Leute zusammen trainieren dürfen. Auf den Rollen wird sich einzeln warmgefahren. Aber die Laune lässt sich keiner verderben. Es gibt wie immer Kaffee und Kuchen. Imgrunde läuft momentan alles nur sechs Wochen später an. Nur: Die Wettkämpfe fehlen, und das tut weh. Ziegler: „Wichtig wäre es jetzt, dass wenigstens die deutschen Meisterschaften nachgeholt werden. Sie waren für Anfang Juli in Köln geplant. Notfalls weichen wir im Herbst oder Winter auf eine überdachte Bahn in Frankfurt/Oder oder Büttgen aus. So ist der Plan.“ Und die Junioren-EM in Anadia? Auch für Frank Ziegler sind sie ein Hoffnungsschimmer. Außerdem wird tatsächlich an einem Konzept gearbeitet, den Grand Prix in Dudenhofen im August laufen zu lassen, mit Rennen in Friesenheim und Schopp davor und danach. Kommt Zeit, kommt Rat. Mit Bundestrainer Winkler ist auch der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Patrick Moster, nach Dudenhofen gekommen. „Der BDR hofft darauf, im September mit Wettkämpfen starten zu können, etwa mit einem Einzelzeitfahren im Nachwuchsbereich auf der Straße. Aber wir sind nicht nur mehr auf das Wohl der Verkehrsbehörde, sondern auch auf das der Gesundheitsbehörden angewiesen.“ Moster machte gute Miene zum bösen Spiel: „Im Sinne der Sportler müssten so schnell wie möglich Wettkämpfe stattfinden. Es gibt da natürlich einen gewissen Neid auf die Fußballer. Da sieht man sehr schön, was möglich ist und wie schwer sich Deutschland mit den anderen Sportarten tut.“

Ein Sport - Eliteschule in besonderen Zeiten

ELiteschule Stollhof

Eine Sport-Eliteschule in besonderen Zeiten

Hintergrund: Auch wenn am Heinrich-Heine-Gymnasium in Teilen der Unterricht wieder läuft, so ist die Eliteschule des Sports in Kaiserslautern doch noch weit von der Normalität entfernt. Die Einschränkungen stellen die jungen Sportler und ihre Trainer vor Herausforderungen. In einer solchen Zeit ist vor allen Dingen eines gefragt: Fingerspitzengefühl.

Kaiserslautern. Stille. Niemand, der erzählt, keine Geräusche, kein Sportler, der an den Geräten arbeitet. Es ist ein ungewohntes Bild im Athletikraum des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) in Kaiserslautern. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist auch an einer Eliteschule des Sports vieles anders. Dass wieder Schüler da sind, dass im Internat wieder Leben eingekehrt ist, ist ein erster Schritt Richtung Normalität. Wobei – von Normalität möchte in Kaiserslautern niemand sprechen. Und eine Prognose abgeben, wann hier der Betrieb wieder so läuft, wie es vor Corona der Fall war, kann ohnehin niemand. „Wir hoffen auf eine schrittweise Lockerung für den Sportbetrieb. Wir haben aber natürlich auch Verständnis, dass der Sport in so einer Zeit nicht an erster Stelle steht“, sagt Jan Christmann, der Leiter des Sportzweiges. Erste positive Erlebnisse gab es dieser Tage: Frank Ziegler konnte mit Bundeskader-Athleten wieder auf die Bahn nach Dudenhofen. Ein gutes Gefühl für Olympia-Kandidat Timo Bichler vom RV 08 Dudenhofen und Alessa-Catriona Pröpster, die für den RSC Ludwigshafen startet, sowie Henric Hackmann (RV Rodenbach). „Die Sportler haben die sechs Wochen gut überbrückt“, sagt Ziegler. Ergometer, Kraftraum, Kilometer auf der Straße hieß das Ersatzprogramm. „Was aber fehlt, ist die soziale Komponente, die sehr wichtig ist“, weiß der Trainer. Über Videokonferenzen wurde versucht, so gut es geht Kontakt zu halten. Für den Trainer ebenfalls wichtig: sportliche Ziele. Das sei ohne Wettkämpfe schwierig. Keine deutsche Meisterschaft in Köln, keine Junioren-WM in Kairo. Bislang verschoben. Die Hoffnung auf Titelkämpfe hat Ziegler noch nicht aufgegeben. „Ich würde es begrüßen, wenn Landeskaderathleten auch wieder trainieren könnten. Wir haben sehr talentierte junge Leute, die derzeit nicht wie die Bundeskaderathleten trainieren dürfen.“ Das sei aber in einer Phase der Entwicklung wichtig. So sieht es auch Josef Schüller, der nicht nur die Straßenradfahrer trainiert, sondern Internatsleiter ist. „Auf der Straße ist alles abgesagt worden. Uns ist die Perspektive total weggebrochen.“ Als Beispiel nennt der Bundestrainer Lea Waldhoff von der RIG Vorderpfalz, deutsche Meisterin der Juniorinnen im Omnium. Für sie stellt sich auch die Frage, wie es nun weitergeht. Eigentlich bräuchte sie Ergebnisse, um in einen Rennstall zu kommen. „Bei den Frauen ist das noch einmal schwieriger“, sagt Schüller. Gerade der Übergang vom Junioren- in den Aktivenbereich ist auch ohne Corona schon eine Herausforderung. Einige nehmen über die Onlineplattform „Zwift“ an einer virtuellen Rad-Bundesliga teil. Rolle statt Asphalt. Im Nachwuchsbereich war dieses Jahr die deutsche Meisterschaft in Bolanden am Donnersberg ein großes Ziel – fast ein Heimspiel für das HHG. „Für uns wäre das vom Profil her eine gute Strecke gewesen“, sagt Schüller. Bei den Badmintonspielern ist die Situation noch schlimmer. Während Radfahrer zumindest unterwegs sein können, dürfen diese nicht in die Halle. „Wir gestalten jedes Training anders, so dass neue Reize da sind“, berichtet Trainer Christian Stern. Seine Befürchtung: Dass bei so manchem Sportler während der Corona-Pause die Motivation verloren geht. „Ich hoffe, dass wir bald wieder in der Halle trainieren können. Gerade in unserer Sportart können wir alle Richtlinien einhalten“, sagt der Projekttrainer des Badmintonverbandes Rheinhessen-Pfalz. Videotraining gehört mittlerweile zum Programm. Markus Berndt hatte gehofft, dass für seine Fußballer eine Ausnahmegenehmigung ähnlich der Profis möglich ist – Training in Kleingruppen, Einhaltung der Abstandsregeln. „Auf dem Gelände der TSG Kaiserslautern mit mehreren Plätzen wäre das gegangen.“ Aber eine Sonderregelung gibt es für die Sport-Eliteschule nicht. „Das tut mir weh für die Jungs.“ Berndt hat zudem im Unterricht schon digitale Wege eingeschlagen. In seiner Sporttheorie-Gruppe ist eine Schülerin aus Bulgarien, die derzeit nicht nach Deutschland darf, so aber doch irgendwie dabei sein kann. „Wir wollen für unsere Sportler und auch die anderen Schüler das Beste erreichen“, betont Schulleiter Ulrich Becker. Im Verhältnis gut gehe es derzeit den Tennisspielern, die – wenn auch mit Vorgaben – auf dem Platz trainieren können, sagt Jan Christmann. Besonders schwierig sei es dagegen im Judo. „Wir brauchen in dieser Zeit ganz viel Fingerspitzengefühl. Wir bauen keinen Druck auf, sondern versuchen zu motivieren“, betont Schüller. 160 Schüler werden am Gymnasium derzeit wieder unterrichtet, wie Becker berichtet. Im Internat, das während der Corona-Pause geschlossen war, sind knapp 40 Zimmer wieder belegt. „Alle mit Einzelbetten“, sagt Schüller. 155 Internatsschüler sind es sonst. Hier wurde ein spezielles Hygienekonzept erarbeitet. „Wir haben unglaublich gerödelt, dass wir an der Schule den Betrieb wieder aufnehmen konnten“, erzählt der Internatsleiter. Das bestätigt der Schulleiter: „Es läuft richtig gut.“ Dass der Bund am Mittwoch angekündigt hat, den Startschuss zur Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebs im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland geben zu wollen, ist ein weiterer Schritt zur Normalität. In der Hoffnung, dass es diese an der Eliteschule des Sports wieder geben wird.

 

Auftakt in Dudenhofen

Radsport: Trainingsauftakt am HHG

Seit Sonntag sind die Sportler der 10 und 12 Jahrgangsstufe zurück im Internat und besuchen seit Montag wieder die Schule.. Sehr schnell haben sich alle an die  Regeln zum Infektionsschutz gewöhnt. 

Aufgrund der aktuellen geltenden Richtlinien der Landesregierung dürfen aktuell nur die Kadersportler (NK1, PK, OK) in Kleingruppen unter der Leitung der Trainer trainieren und die Sportstätten nutzen. Auch hier gelten strenge Abstands und Hygienerichtlinien. 

Die anderen Sportlerinnen und Sportler trainieren selbstständig oder online nach den Vorgaben der Trainer. 

Wir hoffen, dass schnellstmöglich auch für die anderen Sportlerinnen und Sportler der Trainingsbetrieb schrittweise unter der Leitung der Training wieder aufgenommen werden kann. 

Trainingsauftakt Bahn Team

Trainingsauftakt für die Sprinter von Frank Ziegler in Dudenhofen: Timo Bichler, Henric Hackmann 11s und Alessa-Catriona Pröpster 

Trainingsauftakt Märkl

Moritz Kärsten 10s1  und Enzo Decker beim Training auf der Bahn in Schopp unter der Leitung von Andreas Märkl und Jochen Dornbusch 

Trainingsauftakt Lea Waldhoff

Lea Waldhoff (12s) aus der Trainingsgruppe von Josef Schüller 

OSP-Sportpsychologie: Empfehlungen zum Umgang mit der Corona - Krise

 

Liebe Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer, liebe Sportbegeisterte,

die Corona-Pandemie verändert Euren Alltag. Viele von Euch sind bereits kreativ geworden und passen ihre Trainingsabläufe an die gegenwärtigen Umstände und Beschränkungen an. Je nach Sportart ist dann mehr oder weniger möglich. Gleichzeitig besteht die potentiell psychisch belastende Kombination aus Informationsflut und der immer noch unklaren Frage „wie geht es weiter“ weiterhin. Hinzu kommen für viele zusätzliche Belastungen wie fehlende Struktur, weggebrechende bzw. bereits unerreichbare sportliche und nicht sportliche Ziele sowie teils widersprüchliche Meldungen zu Gefahren und Gesundheitsrisiken durch das Corona-Virus.

Vor diesem Hintergrund möchten der Servicebereich Sportpsychologie am Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz einige generelle Empfehlungen zum Umgang mit der Corona Krise beschreiben:

  • Negative Gefühle und Sorgen? – Hinschauen statt verdrängen!

Negative Emotionen wie Angst und ein sich Sorgen machen sind in dieser Zeit durch große Unsicherheit und Veränderungen nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil es ist normal, diese Gefühle mehr als üblich zu erleben. Ein Verdrängen dieser Gefühle und Sorgen ist langfristig wenig hilfreich sondern gleicht vielfach dem Versuch einen Wasserball dauerhaft unter Wasser zu drücken (viel Anstrengung wenig Effekt). Deshalb gilt: Hinschauen statt wegschauen.

Hinschauen bedeutet sich Zeit nehmen, wahrzunehmen und ausdrücken zu können, was ihr gerade fühlt. Manche Menschen schreiben ihre Gefühle gerne nieder oder werden kreativ (z.B. malen oder musizieren). Häufig hilft es schon, die Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten – wie würde eine mir nahestehende Person damit umgehen? Was hat mir in der Vergangenheit bereits geholfen mit diesem Gefühl umgehen zu können? Wer könnte mich dabei unterstützen und welche persönliche Ressource könnte ich dazu einsetzen?

  • Stärken stärken!

Stärken und Ressourcen sind Kraftquellen. In schwierigen Zeiten gilt: Erinnert Euch an positive Erfahrungen, alle Probleme die schon überwunden und gelöst wurden und an Eure Stärken und Talente. Aktivieren und nutzt diese – und habt dabei auch die Chancen im Blick die diese Zeit bereit hält (neue Freiräume, Spielräume, Ruhe und Entschleunigung). So kann es beispielsweise sein, dass ihr ein längst vergessenes  Hobby wieder entdeckt oder etwas ganz neues ausprobiert. Und vergesst nicht: Gut ist das neue perfekt. An manchen Tagen wird es Euch besser gelingen, Eure Ressourcen zu nutzen, an anderen Tagen findet ihr vielleicht nur schwer Zugang. Auch das ist kein Grund zu Besorgnis, sondern ganz normal.

In Verbindung bleiben!

Bleibt regelmäßig in Verbindung, auch wenn ihr Euch nicht von Angesicht zu Angesicht sehen könnt. Nutz Telefon, Videochats, soziale Netzwerke & Co. und beherzigt die Regel: Besser kurze, aber dafür regelmäßige Kontakte.

  • Grenzen setzen und Refokussierung

Haltet Euch bei Euren sozialen Kontakten von Panikmachern fern! Wenn ihr das Gefühl habt, dass bestimmte Kontakte immer wieder Corona bezogene Informationen wiederholen und dies Euch ein ungutes Gefühl gibt, setzt wertschätzend Grenzen. Verzichtet darauf, die nicht persönlichen, massenweise kursierenden SMS, E-Mails, Videos, WhatsApp-Nachrichten und Meldungen auf sozialen Medien zur Corona- Pandemie zu lesen. Viel nützlicher, da stärkender ist eine Refokussierung auf positive, alternative Inhalte: Was hat Euch heute gefreut? Was waren die kleinen Freuden des Alltags? Notiert zum Tagesabschluss mindestens drei Dinge die positiv gelaufen sind.

  • Hirn an statt Hirn aus

In jeder Krise hilft: Ruhe bewahren, einmal mehr durchzuatmen, um dadurch einen klaren Gedanken und eine klare Strategie zu verfolgen. Fakten und gesicherte Erkenntnisse helfen gegen Gefühle von Kontrollverlust und Hilflosigkeit, denn sie geben Orientierung und Sicherheit. Nachdenken und souveränes agieren ist hilfreicher als Aktionismus und energieraubendes Grübeln und sich Sorgen machen.

  • Arbeit an (sportlichen) Baustellen

Corona Zeit schafft auch freie Zeit. Endlich kann an konditionellen Grundlagen oder an störenden Dysbalancen gearbeitet werden. Endlich gibt es Zeit für Mentales Training und ein Ausprobieren von mentalen Trainingstechniken. Zum Beispiel Vorstellungstraining oder das Steuern von Gedanken und Gefühlen. Diese Zeit bietet sich Chancen mit dem Kopf zu üben und neue Potentiale zu entdecken.

  • Kreativ werden!

Corona fordert uns heraus. Challenge accepted! Im Netz finden sich viele Beispiele für besondere sportliche und nicht sportliche Herausforderungen. Warum nicht mal eine Beinpresse mit dem Nachwuchs oder ein kreatives Schwimmtraining im Planschbecken usw. Für Motivation und dranbleiben ist es sinnvoll andere herauszufordern. In diesem Sinne: Challenge accepted?

  • Struktur gibt Sicherheit

Struktur hilft gegen Chaos und gibt Sicherheit. Gleichzeitig werden Vorhersehbarkeit und Selbstwirksamkeit unterstützt. Das bedeutet konkret: nicht im Pyjama bleiben, sondern wie immer aufstehen, sich anziehen, übliche Essens-, Schlafens-, Trainings- Arbeits- oder Lernzeiten einhalten. Setzt Euch realistische Ziele und plant Euren Tag. Aufgaben-Verwaltungs-Tools können hilfreich sein, insbesondere wenn man mehr auf sich allein gestellt ist. Erstellt nicht nur „to-do“-Listen, sondern auch „done“-Listen und erzählt  anderen von Eurer Zielerreichung. Und ganz wichtig: Plant ein Highlight pro Tag, auf das ihr euch freuen könnt!

  •  Information – bewusst und gezielt

 Ununterbrochener Medienkonsum zur Corona-Pandemie überfordert, da immer wieder ähnliche Bilder und Schilderungen wiederholt werden. Zudem sind auch einige Falschinformationen im Umlauf. Deshalb ist es wichtig, den Bezug zur Realität und zur Faktenlage nicht zu verlieren. Im Grunde reicht dafür ein tägliches Update aus einer verlässlichen Quelle aus, um angemessen auf dem Laufenden zu bleiben.

 

Wir hoffen, dass die beschriebenen Inhalte als hilfreich erlebt werden. Zusätzlich wollen wir darauf hinweisen, dass die OSP-Sportpsycholog*innen für Sportler*innen und Trainer*innen für einen professionellen Austausch und für die sportpsychologische Arbeit in dieser Krise und darüber hinaus(z. B. an der Arbeit mentaler Fähigkeiten) über Videochat oder telefonisch zur Verfügung stehen.

Kommt weiter gut durch diese Zeit und bleibt gesund!

Christian Heiss

Dr. Christian Heiss betreut Einzelsportler und Mannschaften in ihrer mentalen Leistungsentwicklung auf nationale und internationale Wettkämpfe. Mehr auch online unter:

www.performance-entwicklung.de

 

Radsport: Ausgebremst durch Corona - SWR bei Familie Märkl

Mit jeder Woche, die ohne Rennen verstreicht, sinkt die Chance für Nachwuchssportler, sich mit guten Leistungen für neue Profiverträge zu empfehlen. Die Radsport-Familie Märkl im pfälzischen Queidersbach erlebt das derzeit in besonderer Form – und lässt sich trotzdem den Optimismus nicht nehmen

Das SWR-Fernsehen hat die Familie Märkl besucht. Unter dem folgenden Link geht es zu dem Bericht und zum Fernsehbeitrag:

https://www.swr.de/sport/mehr-sport/radsport/rennrad/familie-maerkl-ist-durch-corona-ausgebremst-100.html

 

Wichtiger Hinweis für alle Sportler: So wie in dem Beitrag dürfen nur Sportler fahren, die im gleichen Hausstand leben. Ansonsten ist Gruppentraining nach den aktuellen Richtlinien weiterhin verboten!!   BEWEGT EUCH, ABER WEITERHIN MIT ABSTAND!!!