Judo: Neuer Judotrainer sorgt für frischen Wind

Aydin Bericht

Pressebericht der Rheinpflaz

Judo. Neuer HHG Judotrainer sorgt für frischen Wind.

Mit einem orthodoxen Kampfstil will Judotrainer Aydin Kempirbaev die Judotruppe am Heinrich-Heine-Sportgymnasium in Kaiserslautern aufmischen. Der ehemalige Bundesligakämpfer vertritt die schwangere Trainerin Simone Schuster zunächst für ein Jahr.

Seit kurzem weht im Dojo am Heinrich-Heine-Gymnasium HHG, an der Sporteliteschule in Kaiserslautern, ein frischer Wind. Aydin Kempirbaev, der neue Trainer, ist gekommen, um die Judokas durch mehr Beweglichkeit weiter zu fördern. 

Der in Kasachstan geborene und dort zum Sportlehrer ausgebildete 45 jährige kommt ursprünglich aus der Kampfsportart Sambo. „Das hat mein Bruder angefangen, ich bin mit ins Training und hatte viel Spaß“, blickt der Sportler, der seinen Trainerschein am Bundesleistungszentrum in Köln absolviert hat auf die Anfänge seiner sportlichen Karriere zurück und die kann sich wahrlich sehen lassen. 

Zwar war Kempirbaev, der seit vielen Jahren den deutschen Pass besitzt, in seiner alten Heimat parallel auch auf der Judomatte unterwegs, so richtig durchgestartet ist er aber zunächst mit Sambo. Diese Kampfsportart umfasst das traditionelle Judo genauso wie die Techniken des Jiu Jitsu und die Kunst des Ringens. „Andere Klamotten und ein paar unterschiedliche Regeln“, fasst Kempirbaev für sich die Unterschiede zusammen. 

Er selbst war Juniorenweltmeister im Sambo hat mehrere Vizeweltmeistertitel nachgelegt, bevor er 1996 mit seiner Frau nach Deutschland in die Eifel kam und anfing das Deutsche Judo aufzumischen. „Sambo Wettkämpfe gab es hier ja nicht so“, nennt er den Grund für den sportlich leichten Umstieg. Für ihn lag Judo nahe und scheinbar kann er einfach nur gewinnen. Einmal Spitze immer Spitze. Kurz vor der Jahrtausendwende mischte er bereits als Bundesligakämpfer erst für  Wiesbaden, dann für Speyer mit. Eine Judo-WM-Medaille hat sich zudem zu den Sambo-Medaillen gesellt. Allerdings erst in der Ü30. 2009 trat er bei der WM an und landete auf dem Bronzeplatz. „Anfangs hatte ich ja noch keinen deutschen Pass, durfte nicht auf Deutschen Meisterschaften und für Deutschland kämpfen“, erklärt er den relativ „späten“ WM Auftritt. 

Mit Frau und seinen beiden Kindern lebt er schon lange in Wittlich, war bislang hauptamtlicher Trainer beim Judoclub Vulkaneifel. Zwei seiner Schützlinge folgten dem „Ruf“ an die Sportschule nach Kaiserslautern und die Lunte war gelegt. „Wir haben Aydin schon länger immer wieder als Trainer auf Turnieren getroffen und waren von seiner Art begeistert“, schildert Uli Scherbaum, langjähriger Lehrertrainer am HHG, wie es zu der Verbindung von Kempirbaev und dem HHG kam. Die bisherige Judotrainerin Simone Schuster fällt für längere Zeit aus, sie erwartet Nachwuchs und da hat Uli Scherbaum nicht lange gebraucht, um den Mann aus der Vulkaneifel nach Kaiserslautern zu holen. Zumindest ein Stückweit. Kempirbaev wohnt derzeit im Internat und pendelt zur Familie nach Wittlich. 

„Er hat eine tolle freundliche, bestimmte und strukturierte Art das Training zu leiten“, freut sich Scherbaum über den schon nach wenigen Tagen sichtbaren neuen Motivationsschub in den Reihen der Judoschüler. 

Was aber meint der neue Trainer nun mit dem „orthodoxen Kampfstil“, den er im HHG-Dojo einbringen will? „Ganz viel Gymnastik, viele turnerischen Elemente und auch Techniken der Ringer“, zählt der Trainer auf, was er ins Judo einbringen will. Bislang klappe es super, alle seien begeistert und voll dabei. thea