HHG-Nachwuchsfußballer beim Bundesfinale in Berlin

„Der unbedingte Siegeswille hat auf dem Platz gefehlt“

 

„BERLIN, BERLIN, wir fahren nach BERLIN“ – das hieß es für die jungen Nachwuchsfußballer des Heinrich-Heine-Gymnasiums Kaiserslautern vergangene Woche! Als Landessieger  des Bundeswettbewerbs für Schulen „Jugend trainiert für Olympia“ vertraten sie Rheinland-Pfalz in der Wettkampfklasse II Fußball beim 80. Bundesfinale in Berlin und belegten am Ende der drei spannenden Turniertage einen achtbaren 6. Platz. Nach Aussage der beiden Betreuer Erich Berndt und Patrik Maaß hätte mehr erreicht werden können.

Am Sonntag, 19.09.2010 war es endlich soweit und das HHG-Fußballteam WK II (Jg. 94-96) machte sich erwartungsvoll und sehr motiviert mit der Bahn auf den Weg nach Berlin. Nach fast siebenstündiger Zugfahrt am Hauptbahnhof in Berlin angekommen ging es auch schon direkt los, das „Einchecken“ stand an und spätestens hier  wurde es mit der Übergabe der Akkreditierungsausweise  für die Veranstaltung jedem klar, jetzt  geht’s los – wir sind beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ dabei! Am nächsten Tag rollte dann endlich das runde Leder und das Kräftemessen der siegreichen Schulteams begann auf der Sportanlage „Sportforum Berlin“! Für die HHG-Kicker stand als erstes Gruppenspiel um 9:45 Uhr der Vertreter aus Niedersachsen, das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium, auf dem Spielplan. In einer guten, aber noch von Nervosität geprägten Auftaktpartie kamen sie allerdings nicht über ein torloses Remis hinaus, wobei  der Vertreter aus Niedersachsen die größeren Torchancen zu verbuchen hatte, darunter ein Lattentreffer. Im zweiten Gruppenspiel gegen die Theodor-Heuss-Realschule Walldorf (Baden-Württemberg) konnte dann der erste Dreier eingefahren werden. Eine deutliche Leistungssteigerung und gutes Zusammenspiel brachte einen 3:0 Erfolg ((Tore: Geiler, Dovridis, Koch), wobei dieser hätte deutlich höher ausfallen können, wenn nicht sogar müssen,  bei mehr Konsequenz und Zielstrebigkeit im Torabschluss. Im letzen Gruppenspiel des ersten Turniertages verlor man dann 2:1 gegen das Sportgymnasium Jena (Thüringen). Nach gutem Start geriet man innerhalb von zwei Minuten mit 0:2 in Rückstand, nachdem zweimal in der Defensive „geschlafen“ wurde. Jedoch konnte  Andreas Koch Mitte der zweiten Halbzeit mit einem tollen Alleingang durch die gegnerische Abwehrreihe denn 1:2 Anschlusstreffer erzielen. Dieser Treffer sollte am Ende enorm wichtig sein fürs Weiterkommen, denn aufgrund dieses einen mehr geschossenen Tores im Vergleich mit dem thüringischen Vertreter bedeutete dass Platz zwei in der Gruppenphase. Somit war das gesteckte Tagesziel, dass Erreichen der Runde der letzten Acht geschafft, wenn auch etwas enttäuschend, denn man hätte sich durch einen Sieg sogar als Gruppenerster qualifizieren können. Am zweiten Turniertag stand dann das Viertelfinalspiel gegen die Julius-Leber-Schule Hamburg auf Programm. Viel hatte man sich vorgenommen für diese Partie und mit einer eher defensiv ausgerichteten Taktik wollte man gegen die körperlich robusten und kombinationsstarken Hamburger bestehen, jedoch kam es anders als geplant. Mit 1:0 musste man sich dem späteren Bundessieger geschlagen geben, wobei die Niederlage etwas unglücklich war, denn ein unberechtigter Freistoß, welcher direkt verwandelt wurde, besiegelte die Niederlage. Den gesamten Spielverlauf betrachtet muss man aber den Hamburgern mehr Spielanteile zugestehen, wenn auch nicht zwingend vorm Tor und somit geht der Sieg in Ordnung, wenn auch ein Erreichen des Elfmeterschießens für die HHG-Kicker möglich gewesen wäre. Hierfür vermissten die beiden Trainer jedoch den unbedingten Siegeswillen und die dementsprechende Umsetzung auf dem Platz. Etwas geknickt und enttäuscht ging es dann im Qualifikationssiel um die Plätze 5-8 gegen den hessischen Vertreter Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt am Main. In diesem Spiel zeigten die HHG-Kicker dann nochmal was sie im Stande waren zu leisten und siegten nach Elfmeterschießen mit 4:6. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1 (Fried) und somit musste der Sieger im Elfmeterschießen bestimmt werden. Hier bewiesen die Jungs Nervenstärke, verwandelten ihre Elfer sicher (Fried, Lechner, Dendl, Koch, Geiler) und durch einen von Julian Spindler gehaltenen Elfmeter ging man als Sieger vom Platz. Trotz des verlorenen Viertelfinalspiels und dem Nichterreichen der letzten Vier, nahm man sich nochmals einiges vor und wollte dann doch mit dem noch bestmöglichen Ergebnis (Platz 5) das Turnier abschließen. Erwartungsvoll ging die Truppe ins Spiel um Platz Fünf gegen die Eliteschule des Fußballs Obervieland Bremen, unterlag jedoch mit 2:1. Gut ins Spiel gestartet, schönen Kombinationsfußball spielend jedoch ohne den letzten Tick Entschlossenheit vorm Tor geriet man wie schon in der Vorrunde nach einer drei minütigen Tiefschlafphase in der Abwehr mit 0:2 in Rückstand. Zahlreiche Konterchancen ließ man ungenutzt, spielte sie nicht konsequent bis zum Schluss aus.  Erst in letzter Minute konnte Christopher Fried durch einen verwandelten Foulelfmeter den 1:2 Anschlusstreffer erzielen, allerdings zu spät, den direkt darauf ertönte der Schlusspfiff. Somit stand am Ende Platz 6 auf unserer Urkunde, etwas enttäuschend, denn es wäre insgesamt gesehen mehr möglich gewesen, wenn der unbedingte Siegeswille, taktische Disziplin und ein wenig mehr Einsatzbereitschaft auf dem Fußballplatz umgesetzt worden wären. Aber eines haben die jungen Nachwuchsfußballer nach Meinung der Betreuer doch gelernt, nämlich dass an der alten Fußballweisheit „die Wahrheit liegt aufm Platz“ wohl doch etwas Wahres dran sein muss! Eines sollte man aber nicht vergessen: Die HHG-Fußballer waren getreu dem olympischen Gedanken beim Bundesfinale dabei,  belegten am Ende einen  guten 6. Platz deutschlandweit gesehen und haben vier erlebnisreiche Tage in der Bundeshauptstadt Berlin verbracht. Ein Highlight und krönender Abschluss dieser Reise war neben dem Turnier und einem Besuch des Zweitligaspiels Hertha BSC Berlin gegen den Karlsruher SC im Olympiastadion die Abschlussveranstaltung in der Max-Schmelling-Halle, wo sich am Mittwochabend alle teilnehmenden Sportler/-innen der verschiedenen Sportarten noch einmal trafen und zusammen mit Größen aus Politik, Sport und Kultur sich und die Veranstaltung gebührend feierten! Am Donnerstag, 23.09.2010 stand dann die Heimreise auf dem Programm, wieder sieben Stunden Zugfahrt, bevor für die fünfzehn teilnehmenden Schüler des HHG am nächsten Tag der Schulalltag wieder beginnen sollte.

 

HHG-Team:

Betreuer:    Erich Berndt, Patrik Maaß

Spieler:      Julian Spindler, Robin Assel, Daniel Neustädter, Adrian Schultz, Falk Dennert, Robin Keller, Jonas Jung, Daniel Geßner, Christos Dovridis, Christopher Fried, Samuel Geiler, Andreas Lechner, Lars Kaula, Andreas Koch, Nils Dendl

 

Alle Ergebnisse unter www.sport-pol-online.de/jtfo

 

 

HHG-Fußballteam WK II beim Bundesfinale in Berlin (19.09. – 23.09.10)

HHG-Fußballer

Hintere Reihe: Patrik Maaß (Betreuer), Jonas Jung, Daniel Geßner, Samuel Geiler, Andreas Lechner, Lars Kaula, Christopher Fried, Daniel Neustädter, Erich Berndt (Betreuer)

Vordere Reihe: Christos Dovridis, Andreas Koch, Nils Dendl, Julian Spindler, Robin Assel, Adrian Schultz, Robin Keller, Falk Dennert