Badminton

Badminton: Gute Leistungen von Katharina Nilges (7s1)

 

Badminton: Gute Leistungen von Katharina Nilges (7s1) bei der 3. B-Rangliste Nord in Merseburg

 

Am vergangenen Wochenende fand für die Altersklasse U13 und U15 die 3. B-Rangliste Nord in Merseburg (Sachsen-Anhalt) statt, wo als einzige HHG-Vertreterin Katharina Nilges (7s1) im Einzel und Doppel U15 an den Start ging.

Die für den 1. BCW Hütschenhausen spielende HHG-Spielerin überzeugte in beiden Disziplinen mit sehr guten Leistungen. So besiegte sie in der ersten Runde des Einzelwettbewerbes Sarah Keo Boun Khoune (Niedersachsen) mit 14-21, 21-14, 21-4. Im Achtelfinale traf Katharina Nilges dann auf die an Nr. 1 gesetzte Eva Stommel (Berlin-Brandenburg) und hielt beim 23-25, 17-21 lange sehr stark dagegen. Ihre Gegnerin gewann anschließend überlegen den Einzelkonkurrenz.

Im Mädchendoppel erreichte Katharina Nilges mit Partnerin Clara Gründel (Thüringen) den 6. Platz. Nach der umkämpften Auftaktpartie gegen John/Sakowski (17-21, 22-20, 22-20) folgte eine Niederlage gegen Lehmann/Zeisig (Berlin-Brandenburg), wodurch Nilges/Gründel um die Plätze 5-8 spielen mussten. In den zwei Folgebegegnungen setzte es hier einen Sieg und eine Niederlage.

Badminton: Drei Silbermedaillen für David Eckerlin (10s1) und Ramona Zimmermann (12s) bei der 3. B-Rangliste West U17/U19

Drei Silbermedaillen für David Eckerlin (10s1) und Ramona Zimmermann (12s) bei der 3. B-Rangliste West U17/U19

 

Erfolgreich und mit drei Silbermedaillen im Gepäck kehrten David Eckerlin (10s1) und Ramona Zimmermann (12s) von der 3. B-Rangliste West U17/U19 an diesem Wochenende zurück. Austragungsort in allen drei Disziplinen der Altersklassen U17 und U19 war Solingen.

Im internen Medaillenduell der beiden einzigen HHG-Vertreter hatte David Eckerlin mit zweimal Silber knapp die Nase vorn, wobei Ramona Zimmermann auch nur im Dameneinzel U19 an den Start ging. Die für die SG Schorndorf (Baden-Württemberg) spielende HHG-Schülerin rückte hier ohne Satzverlust ins Endspiel ein, wo sie auf Selin Hübsch aus Nordrhein-Westfalen traf und mit 13-21, 18-21 das Nachsehen hatte.

David Eckerlin (SV Fischbach) startete gleich in zwei verschiedenen Altersklassen und in allen drei Disziplinen. In der Altersklasse U17 ging Eckerlin im Mixed mit Partnerin Cara Siebrecht (TSV Heimaterde/ Nordrhein-Westfalen) und im Doppel in der Altersklasse U19 mit Partner Simon Krax (1. BV Maintal/ Hessen) ins Rennen, was am Ende jeweils mit dem Gewinn der Silbermedaille gekrönt wurde.

Besonders erwähnenswert ist, dass beide Halbfinalpartien knapp in drei Sätzen gewonnen werden konnten, so im Doppel gegen Ali/Dang (21-19, 16-21, 21-15) und im Mixed gegen Sufryd/Heidebrecht (21-14, 20-22, 21-19). Die Finalpartien gingen zwar schlussendlich mit Zweisatzniederlagen gegen Klauer/Stupplich im Doppel (13-21, 14-21) und gegen Sufryd/Rudert (19-21, 18-21) im Mixed verloren, was aber dennoch ein sehr erfolgreiches Wochenende für den HHG-Schüler bedeutete.

Im Jungeneinzel U19 lief es für David Eckerlin erwartungsgemäß schwerer, was sich in der knappen Auftaktniederlage gegen Hendrik Stagge (Nordrhein-Westfalen) beim 17-21, 21-15, 23-25 zeigte.

Siegerehrung Jungendoppel U19 David Eckerlin 1.v

Badminton: Erstes Jugendturnier nach langer Pause

HHG-Athleten messen sich auf der 3. Gruppenrangliste U15/ U19 in Kleinblittersdorf

Am vergangenen Wochenende wurde mit der Rangliste U15/U19 der Gruppe Mitte zum ersten Mal nach langer Pause wieder ein Jugendturnier ausgetragen. Die HHG-Athleten nutzten die Möglichkeit sich zu messen und präsentierten sich in guter Form. Der Ausrichter in Kleinblittersdorf hatte die vorgegebenen Hygiene-Anforderungen sehr gut umgesetzt und so konnte das Turnier mit einigen Einschränkungen zu mindestens auf sportlicher Ebene in gewohnter Manier stattfinden.

Die U15er spielten am Samstag zunächst Einzel und im Anschluss daran Doppel. Damit wurde die Anzahl der anwesenden Personen in der Halle so gering wie möglich gehalten und der Kontakt-Personenkreis gut kontrolliert. Dies bedeutete aber zugleich für die Spieler eine hohe Anzahl an Spielen, welche gerade nach der langen „Turnier-Pause“ eine große Herausforderung für die Athleten darstellte.

In dieser Altersklasse konnte Katharina Nilges (7s1) vom 1. BCW Hütschenhausen im Einzel nach Siegen über Luna Marquordt (Setzplatz 5/ NIS) und Isabel Klebahn (Setzplatz 4/ NRW) das Halbfinale erreichen und verbesserte damit ihren Setzplatz 12 deutlich. Sie belegte am Ende nach sehr starker Leistung Rang 4.

Auch Hehui Zhou (10s1) vom SV Fischbach konnte ins Viertelfinale einziehen und unterlag dort der an Nr. 3 gesetzten Sanchi Sandana (HES) in drei Sätzen und wurde abschließend Achte.

Bei den Jungen startete Bruno Steffen-Sanchez (9s1), ebenfalls SV Fischbach, von Setzplatz 1 ins Turnier und hatte bis zum Halbfinale keine Probleme. Dort musste er dann gegen Mark Niemann (HES) aufgrund einer Verletzung das Spiel kampflos abgeben und belegte am Ende Rang 4.

Im anschließenden Doppel belegte bei den Mädchen die Paarung Hehui Zhou/ Leonie Afanasev (9s1) Rang 5 und Katharina Nilges wurde mit Partnerin Clara Gründel (THÜ) Sechste.

Am Sonntag gingen dann die U19er mit gleichem Ablauf in den Wettbewerb. Im Dameneinzel spielte sich Chiara Marino (13s) vom TuS Neuhofen problemlos ins Finale und unterlag dort der an Nr. 2 gesetzten Selin Hübsch (NRW).

Aber auch die anderen HHG-Starterinnen präsentierten sich in guter Form. Louisa Marburger (12s) vom SV Fischbach unterlag nach sehr guter Leistung im Viertelfinale gegen die an Nr. 3 gesetzte Lia Mosenhauer (HES) und wurde abschließend Sechste.

Und auch Viktoria Martin (11s) vom ASV Landau zeigte im Hauptfeld eine sehr gute Leistung und musste sich nur knapp im dritten Satz der an Nr. 5 gesetzten Spielerin Amelie Lehmann aus Thüringen geschlagen geben.

Anastasia Martin h.l. Viktoria Martin h

Bei den Jungen U19 startete Matti-Lukka Bahro (13s) vom TuS Neuhofen, sowie die drei U17-Spieler David Eckerlin (10s1), Moritz Miller (11s) und Finn Busch (11s). Bahro erreichte hier mit viel Kampfgeist Rang 3, Eckerlin wurde Siebter.

David Eckerlin v

Im abschließenden

Badminton: Silbermedaille für David Eckerlin (10s1) bei B-Rangliste West in Steinfurt

 

 

David Eckerlin (10s1) und Bruno Steffen-Sanchez (9s1) nutzten das vergangene Wochenende vom 15. – 16. August für ihren persönlichen Wiedereinstieg in den Wettkampfbetrieb. In Steinfurt (NRW) fand die 2. B-Rangliste West U17-U19 statt.

Im Jungendoppel U19 gelang David Eckerlin (SV Fischbach) mit seinem Partner Simon Krax (Hessen) das beste Ergebnis. Die beiden zogen von an Nummer 3 gesetzt nach Siegen gegen Steinwart/Ziegler (16-21, 21-16, 21-10), Flosbach/Geisen (21-14, 21-12) und Rieck/Stagge (14-21, 21-13, 21-18) ins Endspiel ein. Dort trafen sie auf die Top-Gesetzten Ben Gatzsche/Daniel Stratenko (NRW), gegen die sie mit 17-21, 16-21 den Kürzeren zogen. Dennoch ein super Ergebnis!

Im Jungeneinzel U19 schied Eckerlin ebenfalls gegen den späteren Sieger Ben Gatzsche aus, diesmal im Viertelfinale (11-21, 13-21). Und auch im Mixed mit Partnerin Ronja Hamm (Bayern) war für den HHG-Schüler im Viertelfinale gegen die späteren Gewinner Til Gatzsche/Anna Mejikovskiy (NRW) Endstation (21-18, 15-21, 12-21).

Bruno Steffen-Sanchez vertrat in der Altersklasse U17 als einziger Vertreter den Nachwuchsstützpunkt Kaiserslautern. Er ging nur im Jungeneinzel an den Start und unterlag in seiner Auftaktpartie Philipp Volovnik mit 18-21, 16-21.

 

 

 

NSP-Athleten schlagen bei DBV-A-Rangliste O19 in Bonn auf

 

Der Wiedereinstieg in den Turnierbetrieb führte für insgesamt fünf NSP-Spielerinnen und Spieler zur 2. DBV-A-Rangliste O19 nach Bonn. Dort schlugen vom 14. – 16. August die Erwachsenen aus dem gesamten Bundesgebiet in allen drei Disziplinen auf.

Gleich alle fünf NSP-Athleten traten im Einzel an. Im gut besetzten Teilnehmerfeld gelangen nur Louisa Marburger (12s) gegen Christina Weigert (21-19, 13-21, 21-16) und Ramona Zimmermann (12s) gegen Paula Kick (14-21, 21-19, 21-16) Erstrundensiege. Beide HHG-Spielerinnen mussten in ihren darauffolgenden Achtelfinals dann Zweisatzniederlagen hinnehmen.

Chiara Marino (13s) traf in der 1. Runde ausgerechnet auf ihre ehemalige Trainingspartnerin Indira Dickhäuser (15-21, 9-21), die im Frühjahr am HHG ihr Abitur ablegte und es im Turnierverlauf bis ins Viertelfinale schaffte.

Kristina Moßmann, ebenfalls ehemalige HHG-Schülerin und Teilnehmerin am Verbandstraining des Nachwuchsstützpunktes, erwischte in der 1. Runde mit Devy Yunita Indah Sari ein besonders hartes Los, hielt aber beim 4-21, 21-23 im zweiten Satz gut dagegen. Ihre Gegnerin gewann anschließend die Silbermedaille.

Einziger NSP-Teilnehmer im Herreneinzel war Matti-Lukka Bahro (13s), der in der 1. Runde äußerst knapp gegen Christoph Offermann (19-21, 19-21) verlor.

In den Doppel- und Mixeddisziplinen gelang den NSP-Spielern leider kein Sieg. Bahro/Rügheimer (Hessen) unterlagen den späteren Zweitplatzierten Bednorsch/Gredner (Niedersachsen), Marburger/Niemann (Hessen) scheiterten gegen Fischer/Kick (Bayern) und Marino/Moßmann in drei Sätzen gegen Reder/Wich (Baden-Württemberg).

Das gleiche Schicksal traf Chiara Marino im Mixed mit ihrem Klassenpartner Matti-Lukka Bahro (beide TuS Neuhofen): 21-16, 15-21, 13-21 lautete die Niederlage gegen eine Paarung aus Nordrhein-Westfalen/Bayern. Zweisatzniederlagen gab es für Levin Henze/Louisa Marburger (beide SV Fischbach) und Julian Blaumoser/Ramona Zimmermann (SG Schorndorf).

 

Badminton: Viel "Know-how" für erfolgreiche Athlet*innen

 

 

  



 

Quelle: BADMINTON SPORT 7-8/2020

 

Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift BADMINTON SPORT

 

BS 2020 07 08 Kita Kind

 

Badminton: Steiniger Weg zum Erfolg führt durch die Badmintonhalle

Badminton Boveska

Steiniger Weg zum Erfolg führt durch die Badmintonhalle

Maria Boevska war 16 und hatte einen Traum: Sie wollte Badmintonprofi werden. Und Trainerin. Im Trainingslager in ihrem Heimatland Bulgarien kam sie mit den Coaches des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums in Kontakt, wurde zum Probetraining eingeladen. Sie ließ ihre Familie zurück, ging nach Deutschland und startete einen Weg, der steinig war und jetzt, vier Jahre später, zu einem ganz anderen Ziel führt.

Maria kennt jeder im Heinrich-Heine-Gymnasium. Die Lehrer schwärmen von ihr und ihrem Ehrgeiz, sie hat viele Freundinnen. „Wenn sie in die Halle kommt und lächelt, erhellt sie die ganze Halle“, sagt Badmintontrainer Christian Stern. Seine Kollegen von der Eliteschule des Sports erkundigen sich regelmäßig bei ihm, wie ihr geht und machen sich Sorgen, weil Maria Boevska im Moment coronabedingt in Bulgarien feststeckt. Sie vermissen die Sportlerin und Kämpferin, die so hart an sich und ihren Zielen arbeitet und hoffen, dass sie bald wieder nach Kaiserslautern kommt. Seit die Schule geschlossen wurde, sie in ihre Heimat zurückmusste, ist die Bulgarin per Videochat und Telefon mit ihren Klassenkameraden verbunden, wurde auch schon im Unterricht zugeschaltet, und alle haben sich gefreut, wie sie im Videochat mit der RHEINPFALZ erzählt. Nach vier Jahren in Deutschland, wohin sie für ihren Traum ausgewandert ist und in denen sie gerade mal drei Wochen zu Hause war, ist sie wieder daheim bei ihren Eltern, Geschwistern und bei ihrem Freund. Vorübergehend. Denn sie will und wird zurückkommen und an ihren großen Zielen weiterarbeiten. Jenes Trainingslager vor vier Jahren in Bulgarien hat ihr Leben verändert. Maria Boevska, die mit elf Jahren zum ersten Mal Badminton spielte, als ihre Mutter sie zum Sommerferienkurs anmeldete, wusste schnell, dass sie Talent hat. Ein Jahr später spielte sie die ersten Turniere. Ihr Vater, der sie zu den Wettbewerben fuhr, erklärte ihr aber bald, dass sie nur Profi werden könne und er sie nur fahren würde, wenn sie hart trainiert. Die Schülerin nahm sich das zu Herzen, arbeitete für ihren Sport genauso hart wie für die Schule. Sie hatte die besten Noten im Fremdsprachengymnasium, wo sie Deutsch lernte, schaffte es im Badminton in den Jugendnationalkader und hatte einen Sponsorenvertrag, als ihre Eltern sie zum Trainingslager mit den deutschen Talenten schickten. Am Ende fiel sie Stützpunkttrainer Stefan Ljutzkanov auf, der zu der Zeit am Heinrich-Heine-Gymnasium unterrichtete. Er sprach mit ihrem Vater, und Maria Boevska wurde zum Probetraining nach Kaiserslautern eingeladen. Eine aufregende Zeit„Es war sehr aufregend“, erinnert sie sich an die eine Woche in einem fremden Land, in dem sie kaum was verstand, wo sie niemanden kannte außer Stefan Ljutzkanov und seinen Kollegen Christian Stern, die beim Trainingslager dabei waren. Stern erinnert sich nur allzu gut an das erste Training am HHG. Die 16-Jährige rief plötzlich verzweifelt bei ihm an, weil sie vor der Halle stand und trainieren wollte, aber keiner kam. Vor lauter Aufregung und nach 22 1/2 Stunden Fahrt im Auto hatte sie die Zeitumstellung nicht mit eingerechnet, stand um 5 Uhr morgens vor verschlossenen Türen und wollte trainieren. Sie war froh, dass Ljutzkanov, der Bulgare ist, ihre Sprache verstand. „Ich wusste erst nicht, ob ich Deutsch oder Englisch mit ihr sprechen soll“, erinnert sich Stern. „Mein Englisch war noch schlechter als mein Deutsch“, sagt die Schülerin, die aber seitdem hart an sich gearbeitet hat. Sechs Monate ZitternSechs Monate musste sie nach der Probewoche zittern und warten, bis die Zusage kam, dass ihr Traum wahr werden kann. „Ich wollte Profispielerin werden. Und Trainerin. Und ich wollte in Deutschland studieren.“ Das Land kannte sie nur aus den Erzählungen ihres Vaters. „Mein Vater hat gesagt, wenn du dein Hobby zum Beruf machen kannst, ist das das beste.“ Das Training dort gefiel ihr. „Es war ganz anders als bei uns.“ Und auch die Kombination aus Schule und Training war viel besser. „Bei uns war Unterricht bis 14, 15 Uhr, dann habe ich von 16 Uhr bis spätabends trainiert. Da war keine Zeit für Hausaufgaben, keine Zeit für Pausen im Training.“ Dann kam die Nachricht aus Kaiserslautern. Sie hatte drei Tage Zeit, um sich von der Schule, von der Familie zu verabschieden. Nach fast 24 Autostunden Fahrt mit ihren Eltern war sie plötzlich an einem anderen Ort. Und das Aufwachen war ziemlich hart. „Ich hatte am Anfang Kopfschmerzen, Mund und Ohren taten weh, weil ich so versucht habe, mich zu konzentrieren, richtig zu sprechen, alles zu verstehen. Es war so anstrengend.“ Im Unterricht verstand sie kaum etwas. Und wären da nicht Ciara und Corinna in ihrer Klasse gewesen, die ihr immer wieder halfen, und die Erzieherinnen im Internat, die sich um sie kümmerten, sie wäre verzweifelt. Im Training war sie die Neue, die anderen kannten sich alle, und wenn sie was unternahmen, war sie nicht dabei. „Ich habe mich isoliert gefühlt, aber ich habe sie verstanden“, sagt die heute 20-Jährige, die mittlerweile feststellt: „Ich habe zum ersten Mal richtige Freunde gefunden.“ In ihren Augen ging alles viel zu langsam. „Ich wollte nach drei Jahren akzentfrei Deutsch sprechen, und mein Deutsch ist immer noch zu schlecht. Und ich bin nicht gut genug im Badminton“, findet die Bulgarin. Ihr Trainer Christian Stern sieht das ganz anders: „Ihr Deutsch ist Wahnsinn. Wir haben im Badmintontraining keinen, der so explosiv ist in seinen Bewegungen“, findet er und fügt an: „Sie ist eine harte Arbeiterin.“ Maria Boevska weiß, dass Kraft und Ausdauer ihre Stärke waren, als sie herkam, dass sie aber an der Technik arbeiten musste. Das fiel ihr schwer. „Ich habe lange gebraucht, um die Schläge zu kontrollieren. Nach dem zweiten Jahr in Deutschland habe ich eine Entwicklung gesehen.“ „Sie jammert auf hohem Niveau“, findet ihr Trainer. Während die Bulgarin, die zum Landeskader gehört und für den SV Fischbach in der Zweiten Bundesliga spielt, damit hadert, dass die Konkurrenz aus den anderen Ländern so gut ist. Nächstes Ziel: AbiturSie versucht, nüchtern zu bleiben und realistisch. „Ich bin jetzt 20, trotzdem in der zwölften Klasse“, analysiert sie. Dass sie wegen Problemen mit der Sprache eine Klasse tiefer einsteigen musste, nahm sie damals in Kauf. Dass sie plötzlich Zweier oder Dreier statt Einsern hatte, fiel ihr schon schwer. Aber sie arbeitet dann eben umso härter. Ihr nächstes Ziel ist das Abitur. Um dafür gut vorbereitet zu sein, will sie nächste Saison beim SV Fischbach kürzertreten, nur noch im Notfall aushelfen. Denn ihr Weg gibt ihr vor, dass sie in Deutschland studieren will. Wenn sich auch einiges an ihren ursprünglichen Plänen geändert hat. „Meine Pläne haben sich oft verändert. Ich wollte Badmintontrainerin werden, Sport studieren, Physiotherapeutin werden, Sportmanagement studieren ...“ Inzwischen zeichnet sich ein klares Bild ab. In der coronabedingten Zwangspause in Bulgarien hat sie, um ihr Englisch zu verbessern, einen Englischkurs gestartet. Und sie hat sich für einen Grafikkurs angemeldet, der sie begeistert. „Ich liebe Badminton. Das ist mein Leben bis jetzt. Ich habe aber auch Erfolge in anderen Bereichen. Ich will nicht mehr Profi werden. Ich will gern meinen Verein haben und meine Spiele, möchte mich weiterentwickeln und an Turnieren teilnehmen, bei der Senioren-EM der Erwachsenen. Ich werde weiter Badminton spielen, mein ganzes Leben vielleicht, aber nicht mehr auf diesem Niveau. Nur zum Spaß. Ich will mein Abitur in Kaiserslautern machen, mich dann für die Uni bewerben, eventuell ein Fernstudium im Bereich Grafikdesign an einer deutschen Uni machen.“ FamilienzeitDie Zeit in Bulgarien hat sie zusammenwachsen lassen mit ihrer Familie, ihren zwei jüngeren Geschwistern. Erst seit ein paar Tagen darf sie wieder nach draußen, spielt Badminton mit ihrem kleinen Bruder auf einem gezeichneten Feld, hat ihren Freund das erste Mal seit über einem Monat wieder gesehen. Sie lernt über die Onlineplattform für die Schule, trainiert nach den Anleitungen von Christian Stern per Video, wartet, bis die Kontaktsperren gelockert werden, sie wieder nach Deutschland darf ohne Angst, dass sie nicht mehr nach Bulgarien zurückkommt. „Ich will wieder in der Halle sein, wieder Badminton spielen, wieder richtig schwitzen. Und ich will so vielen Menschen wie möglich zeigen, wie toll Badminton ist. Das ist der schwierigste Sport, den es gibt. Mit viel Technik, viel Kampf, und es ist sehr gut für die eigene Entwicklung.“