Ethik lebt!

Das konnten gestern rund 60 Schülerinnen und Schüler der hiesigen Oberstufe beim Besuch des Philosophie-Professors Dr. Christoph Fehige erfahren. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie an der Universität des Saarlandes und beschäftigt sich unter anderem mit Wohlfahrt und konsequentialistischen Ethiken wie dem Utilitarismus. Diese Ethiken bewerten eine Handlung aufgrund ihrer Konsequenzen für betroffene Personen und weisen ihnen aufgrund dieser Beurteilung einen moralischen Wert zu. In Anlehnung an die Ausführungen von Jeremy Bentham (1748–1832), dem Urvater des Utilitarismus, ist eine Handlung also genau dann moralisch gut, wenn sie den Nutzen der Betroffenen maximiert.

Anstoß des Besuchs von Herrn Prof. Fehige waren einige kritische Nachfragen, die während einer Unterrichtsreihe zum Utilitarismus und speziell der Variante des Präferenzutilitarismus, die durch einen Textauszug von Prof. Fehige bearbeitet wurde, aufgekommen waren und die Initiative von Tara Moghiseh (MSS 13), die darum bat, diese Fragen doch direkt Herrn Prof. Fehige zukommen lassen zu können. Dieser lebe schließlich ja noch und könne daher, anders als beispielsweise Jeremy Bentham, noch Rede und Antwort stehen.

Nach kurzem E-Mailverkehr erklärte sich daraufhin Prof. Fehige bereits im Januar ohne zu zögern bereit, dem Heinrich-Heine-Gymnasium einen Besuch abzustatten und sich den Fragen der Schülerinnen und Schüler zu stellen. Gestern gelang es nun, kurz vor dem Schulabgang der MSS 13, den Besuch zu realisieren. Mehr als 90 Minuten diskutierten die Schülerinnen und Schüler aus drei Ethikkursen mit dem Philosophen und bekamen so einen kleinen Einblick in die universitäre Seminararbeit.

Auch nach dem offiziellen Teil diskutierten einige Schülerinnen und Schüler des Hochbegabtenzweigs noch fast eine Stunde mit Herrn Prof. Fehige, der nach eigener Aussage die Veranstaltung sehr genossen hat. Darüber hinaus zeigte er sich erstaunt über die Tiefe und das Niveau, welches die Diskussion erreichte und verwies des Öfteren auf seine Uniseminare, in denen bestimmte Fragen, die gestern gestellt wurden, auch ausführlich diskutiert würden.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich ebenfalls begeistert von dem diskursiven Austausch. Dies zeigt, wie produktiv die Verknüpfung von Schule und Wissenschaft sein kann und weiterhin verfolgt werden sollte. (Ri)

Fehige

(Schnappschuss von der intensiven Dikussion mit Schülerinnen und Schülern des H-Zweigs)