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Radsport: SWR Landesschau Interview mit Miriam Welte über den HHG - Infofilm

Ein Jahr nach dem Ende ihrer erfolgreichen Sportkarriere wurde Miriam Welte in der SWR- Landesschau interviewt. Schwerpunktthema des Gespräches war ihre Zeit am HHG und ihre Unterstützung bei den Dreharbeiten zum neuen HHG - Infofilm.  Unter diesem Link geht es zum SWR - Beitrag

https://www.ardmediathek.de/swr/video/landesschau-rheinland-pfalz/wie-olympiasiegerin-miriam-welte-ihrer-alten-schule-in-kaiserslautern-hilft/swr-rheinland-pfalz/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEzNTQxNTI/

 

Noch immer ist keine Entscheidung über den Sporthallenbau an der Eliteschule gefallen

Sporthalle

Kaiserslautern hat eine heiße Kartoffel

Hintergrund: Noch immer ist keine Entscheidung über den Sporthallenbau an der Eliteschule gefallen

KAISERSLAUTERN. Stillstand ist Rückschritt. Das schwant Schulleitung und Trainern am Heinrich-Heine-Gymnasium Kaiserslautern in Sachen Neubau einer multifunktionalen Sporthalle. Vor genau einem Jahr haben die Netzwerker am Sportzentrum Pfalz mit ihrem Hilferuf auf die Hallenmisere an der Eliteschule des Sports aufmerksam gemacht. Passiert ist seither so gut wie – nichts!Die Notwendigkeit einer neuen Halle ist unbestritten. Die Radsportler, zumindest die sechs Kaderangehörigen, fahren noch immer die 725 Kilometer nach Frankfurt/Oder. „In Köln wird die Radrennbahn renoviert, in Büttgen auch, in Schwerin wird sogar neu gebaut. Wenn wir nicht bald was machen, sind unsere Sportler weg“, sagt Erfolgscoach Frank Ziegler. Und Badmintontrainer Christian Stern erläutert: „Jedes Turnier wird in einer höheren als unserer derzeitigen Halle gespielt. Wir müssen Bewegungen imitieren, das macht koordinativ keinen Sinn mehr.“ Zwei von zig Argumenten für einen Neubau, von dem viele profitieren werden: der normale Schulsport, der Nachwuchsleistungssport, der Hochschulsport und die Sportwissenschaft. Allein am HHG gibt es 850 Schüler im gewöhnlichen Schulsport, darunter 350 Eliteschüler in den Sportarten Radsport, Badminton, Judo, Leichtathletik, Tennis, Handball, Fußball und bald auch Sportklettern. „Die Federführung für das Projekt hat das Bildungsministerium“, heißt es lapidar aus dem Innenministerium, dessen Chef Roger Lewentz am 25. Januar in Kaiserslautern sagte: „Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz hat den konkreten Auftrag bekommen, die Halle zu planen. Es geht voran.“ Diesen konkreten Auftrag kann der LBB nicht bestätigen. „Die LBB-Niederlassung Kaiserslautern hat das Heinrich-Heine-Gymnasium im zweiten Quartal 2020 bei der Planung und Aufstellung des Raumprogramms für die zukünftige Multifunktionssporthalle unterstützt. Im Projektfortgang steht der Landesbetrieb LBB für weitere Planungsleistungen zur Verfügung“, lautet die vorsichtige LBB-Antwort auf eine RHEINPFALZ-Anfrage und verwies an das Bildungsministerium. Und das funkte: „Das Heinrich-Heine-Gymnasium hat als Eliteschule des Sports eine hervorgehobene Bedeutung in der rheinland-pfälzischen Schul- und Sportlandschaft. Ein solches Großprojekt wie der Hallenneubau wird nicht in Wochen oder Monaten aus dem Fels gehauen. Konkreter können die Planungen aber erst werden, wenn das Gesamtkonzept steht. Hierzu stehen alle Beteiligten aber in gutem Austausch.“ Na prima! Einen Austausch gibt es in der Tat. Vor allem auf der Arbeitsebene, wie Sportzweigleiter Jan Christmann bestätigte, der sich vom Landessportbund hervorragend unterstützt sieht. Und der ist „in großer Sorge um die Zukunft des Standortes Kaiserslautern“. Christmann: „Bei kleineren Projekten haben wir eine guten Austausch und werden perfekt unterstützt. Wir haben den vielleicht besten Athletikraum in Rheinland-Pfalz. Aber in Sachen Multihalle ist es gefühlt so, dass sich der Prozess verzögert. Der Handlungsdruck nimmt aber für uns zu“. Seine Hausaufgaben hat das HHG gemacht, einen qualitativen Bedarfsantrag mit über 200 Seiten abgegeben, in Abstimmung mit den jeweiligen Sportverbänden. „Wir hängen uns alle rein, in den Coronazeiten haben sich viele Sportler sogar erheblich verbessert.“ Aber er weiß nur zu gut, welche formalen Prozesse noch zu erledigen sind und dass der LBB nicht einfach so losschießen kann, bevor es keine Standortanalyse gibt. Schulleiter Ulrich Becker fordert: „Wir brauchen diese Halle, sonst sind früher oder später alle weg. Will man das aufhalten, muss es endlich ein Signal geben.“ Derzeit aber ist die Multihalle für Becker eher eine „heiße Kartoffel“. Unmissverständlich betont er: „Schule ist Bildung, Leistungssport ist Bildung. Wir wollen Schule und Leistungssport verantwortbar verbinden.“ Das Projekt liegt nicht mehr in Schubladen, sondern längst auf den Schreibtischen in Mainz: eine multifunktionale Halle mit einer 200 Meter langen Radrennbahn, zentimetergenau vom Kaiserslauterer Architekten Harald Lang in einen freien Platz am HHG hinein geplant. Arne Güllich, der Institutsleiter Sportwissenschaft an der TU Kaiserslautern, nannte es ein „Meisterwerk“. Die Trainer hoffen und mahnen. Ihnen brennt es unter den Nägeln. Christian Stern hat kurz vor Weihnachten einen Wunsch: „Wir brauchen einen Strang, an dem wir gemeinsam ziehen. Einen Funken Hoffnung. Keine Entscheidung ist halt auch eine Entscheidung.“ Und Frank Ziegler betont: „Wir Sportler und Trainer wollen so nicht weiterwurschteln.“

 

Kommentar von Klaus Kullmann:

 

Jetzt! Oder nie?

Schon klar, wir alle hangeln uns sorgenvoll und unsicher durch die schwierige Zeit einer Pandemie. Da muss das ein oder andere Alltägliche auch mal langsamer gehen dürfen. Dennoch: Das Coronavirus ist nicht die Ursache dafür, dass das Heinrich-Heine-Gymnasium und das Sportzentrum Pfalz in Kaiserslautern mit dem erhofften Neubau einer multifunktionalen Sporthalle allein gelassen werden. Eher grobe Abstimmungsprobleme in den Ministerien sind der Grund dafür. Seit 1977 gibt es am HHG eine starke Leistungssportförderung. Sie ist dort das Herzstück. 350 Eliteschüler aus ganz Deutschland versuchen sich am HHG in ihrer dualen Karriere. „Sportler sind für uns Partner“, sagt Trainer Frank Ziegler, „wir zeigen ihnen nicht jeden Tag, was sie nicht können, sondern wir zeigen ihnen, wo ihre Stärken sind.“ Das HHG übernimmt in der Leistungsgesellschaft Verantwortung in Sachen Bildung. Also will das HHG auch ernstgenommen werden. Das größte, vielleicht das einzige Problem in Sachen Sporthalle ist: Wer zahlt? Es geht um Planung, Bau und Unterhalt. Das ist keine neue, sondern eher eine tägliche Frage in unserer Gesellschaft. Und es braucht eine klare Antwort auf eine zweite Frage: Was ist der Landespolitik der Leistungssport wert? Auch diese kann man partnerschaftlich beantworten. Oder transparent und fair.

Klettern: Auch überregional soll’s hoch hinaus gehen

Auch überregional soll’s hoch hinaus gehen

Sportklettern: Neue Entwicklungssportart in Rheinland-Pfalz künftig im Angebot des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Kaiserslautern

Kaiserslautern. Sportklettern bekommt immer größere Anerkennung. In Tokio soll die Sportart ihre Olympiapremiere feiern, in Rheinland-Pfalz ist sie seit Mittwoch als neue Entwicklungssportart für die Jahre 2021 bis 24 anerkannt. Beschlossen vom Präsidialausschuss Leistungssport (PA-L) des Landessportbundes Rheinland-Pfalz. Der für den Leistungssport zuständige LSB-Abteilungsleiter Thomas Kloth sagte der RHEINPFALZ: „Wir wollen in Kaiserslautern einen Nachwuchsstützpunkt Südwest innerhalb des Deutschen Alpenvereins (DAV) entwickeln und etablieren, und wir wollen vielleicht schon zum 1. Januar einen Landestrainer anstellen.“ Bei der Sitzung des PA-L war auch Martin Veith zugegen, der Sportdirektor des DAV, der das Vorhaben unterstützt. Gleichbedeutend mit der Anerkennung ist eine noch bessere finanzielle Förderung des Sportkletterns. „Wir sehen eine Chance, dadurch auch eine überregionale Bedeutung zu bekommen, denn es gibt nicht viele Eliteschulen, die in Kapazitätsfragen ähnlich schnell reagieren können wie das Heinrich-Heine-Gymnasium.“ Das heißt: Diese Eliteschule des Sports in Kaiserslautern, das HHG, bekommt Zuwachs. Zunächst in der Anzahl der Sportarten. Sportklettern erweitert künftig das Angebot für die derzeit 350 Schülern in den Sportarten Radsport, Badminton, Judo, Fußball, Tennis, Leichtathletik und Handball. Über neue Lehrertrainer oder über Örtlichkeiten wird zu reden sein. Bereits jetzt wird an zwei Stellen am Landesstützpunkt in Kaiserslautern geklettert. Zum einen im DAV-Kletterzentrum Barbarossahalle, zum anderen im RockTown. „Sportklettern ist in Kaiserslautern bereits leistungsstark vertreten. Die Sportart hat einen hohen Aufforderungscharakter, ist also für Kinder und Jugendliche sehr attraktiv. Und natürlich rechnen wir damit, dass die Olympiapremiere die Attraktivität noch weiter steigert“, sagte der Leiter des Sportzweigs am HHG, Jan Christmann . Er erläuterte, dass schon jetzt Sportklettern als ergänzendes Ganztagsschul-Angebot am HHG sehr beliebt ist, und zwar unter eher breitensportlichen Gesichtspunkten. Nun soll der leistungssportliche Charakter in Kaiserslautern noch mehr betont werden, wie er etwa in Frankenthal seit vielen Jahren von Norbert und Johannes Lau intensiv gepflegt wird. Norbert Lau ist der Leistungssportbeauftragte im Verband, Gymnasiallehrer Johannes Lau Honorar-Bundestrainer im Nachwuchsbereich. Die Zusammenarbeit ist ertragreich. Christmann sieht in der Hinzunahme der neuen Sportart zum einen eine Standortabsicherung der Eliteschule, zum anderen weiß er: „Gerade Sportklettern wird längst als Ergänzungssportart für andere Athleten extrem geschätzt“.

Klettern Rheinpfalz 22.11 

Radsport: Pascal Ackermann beendet die Saison mit einem Sieg

Ackermann Vuelta

Radsport: Pascal Ackermann beendet Saison mit einem Sieg – Roglic gewinnt Spanien-Rundfahrt

Madrid. Selten war die Teamarbeit so wertvoll und so augenfällig wie gestern, als der Sprintzug des Bora-hansgrohe-Teams das Sprintfinale für Pascal Ackermann glänzend vorbereitete. Und der bedankte sich mit seinem zweiten Tageserfolg bei der Vuelta und geht als Schlussetappensieger in die Annalen ein.„Dieses Ergebnis war nur durch die Unterstützung meiner Teamkollegen möglich, die besonders auf den letzten drei Kilometern einen außergewöhnlichen Job gemacht haben“, sagte der Minfelder. Während Bennetts Mannschaft Deceuninck-Quick-Step auf den letzten zwei Kilometern den Überblick verlor, beherrschte das deutsche Team das Geschehen. Ackermann eröffnete den Endspurt von vorne, Bennett flog heran, aber der Tigersprung des 26 Jahre alten Pfälzers entschied die Schlussetappe über 124 Kilometer. Weder Ackermann noch Bennett waren sich sicher über Sieg oder Niederlage. Vieles sprach für den Iren, weil er von hinten kam und einen Tick schneller war, aber das Rennen wird nun mal auf dem Zielstrich entschieden, und da lieferte das Zielfoto den klaren Beweis: Sieg für Ackermann, zwei, drei Zentimeter vorne, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. „Wir hatten nie eine leichte Etappe bei der Vuelta. Es gab immer einen harten Kampf um die Ausreißergruppen und dann auf Etappen wie gestern, da mussten die Sprinter doch ziemlich stark leiden. Es war eben wichtig, so viele Körner wie möglich zu sparen, und ich bin froh, dass ich meine Energie sparen konnte. Heute hat sich das auch bezahlt gemacht“, sagte Ackermann: „Vielen Dank an das ganze Team!“ Der slowenische Titelverteidiger Primoz Roglic hat zum Abschluss dieser chaotischen Straßenrad-Saison die 75. Spanien-Rundfahrt gewonnen. Der 31-Jährige vom Team Jumbo-Visma erreichte das Ziel in der spanischen Hauptstadt nach 18 Etappen als Träger des Roten Trikots und krönte sich wie schon 2019 zum Vuelta-Sieger. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf den zweitplatzierten Ecuadorianer Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) betrug 24 Sekunden. Das Podium komplettierte der Brite Hugh Carthy (EF Pro Cycling/+ 0:47 Minuten). Roglic hatte den Erfolg nach spannenden drei Wochen am Samstag bei der letzten Bergankunft am Alto de la Covatilla perfekt gemacht. Wieder schwächelte er etwas wie vor zwei Monaten bei der Tour de France, als er beim Zeitfahren am vorletzten Tag den Sieg an seinen Landsmann Tadej Pocacar abtreten musste. Aber dieses Mal reichte es für ihn. „Wenn du gewinnst, ist das Wie am Ende nicht mehr entscheidend. Ich bin einfach super glücklich, dass ich es geschafft habe“, sagte Roglic. Er habe nie am Sieg gezweifelt, sagte er.